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»Schwarzkünstler in ihm fand. Denn wenn es Leute gibt, die ohne alle Nekromantie Wasser, das tief im Grunde der Erde läuft und dessen»Eigenschaften, Metalle, die im tiefsten Centrum verborgen sind oder auch Das, was im menschlichen Körper liegt, wahrnehmen können,»wie sollte es denn nicht auch Jemanden geben, der ohne Nekromantie sehen kann, was die Sterne anzeigen ? Als dieser Astrolog daher»nach Fayal gekommen war, sagte er, ehe Indien von den Spaniern entdeckt wurde, dass er südwestlich von Fayal, wo er sich befand,»einen über eine Provinz dominirenden Planeten erblicke, in welcher die Einwohner sich goldener und silberner Gefässe bedienten, von»welchen in kurzer Zeit Ladungen nach Fayal kommen würden u. s. w. Und nach wenigen Jahren sah man in Fayal Schiffe, welche von»Peru kamen, das damals entdeckt worden war, und mit Gold, Silber und Edelsteinen beladen waren.« .
Da nun jene zwei grossen Männer diese Vorstellungen einmal hatten, so musste ein ausserordentlicher Zusammenfluss von Umständenden Wunsch in ihnen noch erhöhen, dieselben verwirklicht zu sehen; ich meine zunächst den für Reisen und überseeische Entdeckungeneingenommenen Geist jenes Jahrhunderts, sodann der Gebrauch der See- und hydrographischen Karten, die den Steuerleuten von dem InfantenDon Heinrich in die Hände gegeben worden waren“), die verbesserte Anwendung des Kompasses für die Schifffahrt, dessen Abweichungenanfingen bekannt zu werden 9 ), und endlich hauptsächlich die Anwendung der neuen Instrumente, die auf der Reise des Diogo Cäo erprobtworden waren, so wie die von Regiomontanus herausgegebenen Ephemeriden ,0 ).
Jedermann kennt jetzt das Resultat, das Columbus aus diesen Hülfsmitteln und jenen Vernunftschlüssen zog. Das aber wird nicht
Jedermann bekannt sein, dass, ehe noch Columbus, von den Regenten von Spanien unterstützt, seine Absichten erreichte, Martin de
Bohemia es veranlasste, dass die Portugiesen Schiffe auf dieselbe Unternehmung ausschickten, die freilich, ohne irgend einen Zweckerreicht zu haben, zurückkehrten.
Diese Thatsache kam nicht allein durch den Umstand zu unserer Kenntniss, dass sie Herrera im 7. Kapitel der iten Dekade
berichtet, sondern auch dadurch, dass sie der oben erwähnte Geschichtsschreiber der Inseln erzählt, dessen Worte wir hier abschreiben.
»Martin de Bohemia « (sagt er) »war ein so grosser Mathematiker und ausgezeichneter Astrolog, dass ihn der König, als er sich an den»Lusitanischen Hof begeben hatte, sehr hochschätzte und ihm grosses Vertrauen schenkte, nicht allein wegen seines Adels, sondern auch»wegen seiner Weisheit und der Belehrungen, die er aus der Beobachtung der Gestirne schöpfte. Seine Weisheit war so gross, dass der»König von Portugal, als Martin sich noch an seinem Hofe aufhielt, auf seinen Bericht hin Schiffe aussandte, um die Antillen zu entdecken;»der nämliche de Bohemia sagte dem Könige in Portugal selbst den Tag und die Stunde vorher, an welchem die Schiffe zurückkamen,»die freilich anlangten, ohne die Antillen zu entdecken 11 ).«
In Dem, was wir so eben berichtet haben, besteht der Antheil, den Behaim an der Entdeckung Amerika’s hatte. Wir würden nunauf Das zu sprechen kommen, was auf den dritten Punkt Beziehung hat, wenn wir es nicht für nöthig hielten, noch zuvor zu bemerken,dass in der eben angeführten Stelle offenbar nur aus Irrthum oder aus dem Verlangen, den Vorfall noch wunderbarer zu machen, von denAntillen gesprochen wird; denn es ist gewiss, dass man zu jener Zeit noch Nichts von diesen Inseln wusste. Man muss sich daher vor-stellen, dass Das, was entdeckt werden sollte, die Insel Antilia oder der sieben Städte gewesen ist, wohin jener Bischof von Portogegangen, dessen wir schon Erwähnung gethan, oder irgend ein anderes Land, das sich zufällig zeigen sollte. Der citirte Autor und einigeAndere scheinen dem falschen Prinzip zu folgen »post hoc, ergo propter hoc-, ohne sich zu erinnern, dass Columbus , als er auf Guanahani,einer der Lukayen, angekommen war, dachte, er sei auf der Insel Antilia, da er noch keine anderen Inseln gesehen hatte, wesshalb er jenerInsel auch diesen Namen gab, den man später auf die übrigen ausdehnte. Er war damals so weit entfernt, der Etymologie jenes Namenszu vertrauen oder zu glauben, er sei nahe am Festlande, dass er, anstatt seinen Weg in gerader Linie zu verfolgen, der ihn nach demMexikanischen Meerbusen geführt haben würde, eine ganz verschiedene Richtung nahm; Dasselbe that er auch, als er nach Puerto del Prin-cipe auf der Insel Cuba kam.
Wir bemerken, wenn auch nur im Vorübergehen, dass die erfolglose Rückkehr dieser ausgesandten Schiffe vielleicht der hauptsäch-lichste Grund war, dass König Johann II. die Anerbietungen des Christoph Columbus zurückwies. Bei der Verstellung und dem Geheimniss,womit dieser Monarch eine Zeit lang unsere Entdeckungen betrieb, glaubte man, er halte das Project des Columbus für den chimärischenVorschlag eines geschwätzigen und ruhmsüchtigen Mannes; so wenigstens sagten die Gerüchte, die der König im Publikum verbreiten liess.Im Gegentheile aber sandte er im Geheimen Schiffe nach jenen Gegenden ab, die, wie er vorgab, nach der Küste von Mina segeln sollten.Für Columbus , der Dies erfuhr, wurde dieses Factum die Hauptursache seines Verdrusses.
Wir kommen auf Dasjenige, was auf die Magellansstrasse Bezug hat. Wie es scheint, darf man nicht zweifeln, dass Martinde Bohemia das Vorhandensein dieser Strasse wirklich gekannt habe; nicht allein, weil Herrera und Andere Dies bezeugen, sondern
*) Man lese in der Encyclopaedia method. Marinha den Artikel Cartas ma-ritimas.
*) Man lese Tiraboschi Storia della Litteratura Italiana Band 6.
,0 ) Andre de S. Martim, der die Expedition von Magalhäes in derEigenschaft als Astronom begleitete und in derselben die Stelle einnahm, die
unser Falleiro haben sollte, bediente sich gleichfalls bei seinen Beobachtungendieser Ephemeriden, obgleich er klagt, dass ihre Zahlen unrichtig seien, unddass sie seinen Beobachtungen nicht recht entsprächen. Der AJmanach, der sieenthielt, wurde von Johann Liertestein gedruckt. Siehe unseren Barros Dec.III, Buch 5, Kap. 10.
•’) Historia insulana, loco cit.