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Das Haus Peter Behrens / mit einem Versuch über Kunst und Leben von Kurt Breysig
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deren oberste Saugedanken freilich der Sntike ab-gedorgt waren,' deren formen aber kaum minderladgrinthisch und schnörkelhaft und also eigentümlichwaren, als die der fiaien und^iDachreiter aus denfirsten der Kathedralen, Cs ist Zugleich die Zeit, inder ruerst brauch und Verkehr der Menschen höhere,gewähltere formen gewannen, die Zeit, in der ruerstdie frau aus dem frieden der Kinderstube und derWirtschaftskammern in die freie und edle öeselligkeitdes 56llers und des festsaals trat, die Zeit, in derruerst die Liebe der 5eele und der 5inne bewußtausgekostet, das Land Zwischen Mann und Weib inkünstlich schöne 5chlingungen geknüpft wurde. Undalles floß in eines Zusammen: das edle Neigen, dasschöne 5chreiten, das damals unter der Lehre rarterfrauen bei den Männern des 5chwertes erst die wildePlumpheit der vorreit verdrängte, es findet sich un-beholfen wieder in den Widern der Miniaturen, kind-lich treu in den 5trophen der heidengesange, schönin den 5tanddildern der vome. Zchaut sie an dieZtifterstatuen des hohen Chors der RaumburgerKathedrale und ihr findet an den edlen frauen-gestalten, die dort von frühgotischen Konsolen ru unsherniederblicken, einen Wurf der falten und ein Regenschmaler Hände, aus dem eine unnachahmliche Vor-nehmheit der 6ebärde spricht. Und Crestien von Troges,der Zuerst die bunte Mannigfaltigkeit abenteuernderfahrten mit dem Märchenrauder dunklen 6eheimnissesübergössen hat, der die schwülen Rätsel der dämmerigenWälder der Sretagne und ihrer keltischen Lieder, dieweihe der christlichen Mgstik und die neue Ritterlich-keit in Lines verschmolzen hat, er saß ru den füßenvon Marie, der öräfin der Champagne, die aus ihrer5onnenheimat im 5üden die Lieder der provenralischenTroubadoure und die Ledenskunst der neuen Leiden-schaft gebracht hatte. Und wenn diese Dame Seichteablegte, dann hat sie sie in die Ohren des geschmeidigenksplans geflüstert, der in stillen Abendstunden daserste öesehbuch der Liebe aufschrieb und die Urteiledes galanten öerichtshofes, der cour d'amour deröräfin, nach allen Regeln scholastischer öelehrsamkeitbegründete, frauen, Dichter, Künstler, Liebende, siehaben die Siidung dieses Zeitalters geschaffen: sogar5taat und öesellschaft sind in die kreise gezogenworden, die diese weichen waffenlosen Hände be-schrieben hatten. Der Kampf selbst ward damals rum5piel, rur Kunst, das Turnier und auch die fehde warder in Regeln gebrachte, der schöne krieg, wie dieSurg die schöne festung war. Daß damals der Rdelerst ru seinen fahren kam, ist kein Zufall. Nur ein

Standleuchles au; Mumlnlum-Swnre.