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Beiträge zur bildenden Gartenkunst für angehende Gartenkünstler und Gartenliebhaber / von F.L. v. Sckell
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aber flachen langen Bogen beschreiben und durch dieseverlängerte Linie auch das Auffleigen erleichtern. AuSdem nämlichen Grunde kdnnen auch jene Wege, die an ganzsteilen Anhöhen gezogen werden müßen, nur dadurch ge-mächlich führen, wenn sie bald von der Rechten zur Linken,und von der Linken zur Rechten (zikzak) eingeschnitten,und so ihre Linien verlängert werden. In dem Fall aberwo die Zikzak-Linie nicht weit genug ausgedehnet, odergar nicht angewendet werden könnte, um das Aufsteigenzu erleichtern, dann müßen Tritte, sey es von Stein oderEichen - Holz an die Stelle treten. Solche Tritte solltenaber nicht höher als mit 5 Zoll angewendet werden undnicht über noch unter 2 Fuß Entfernung erhalten, damitsie gemächlich erstiegen werden können.

Wenn sich zwei Wege vereinigen müßen, dann soll-te dieses nie unter einem rechten oder stumpfen, sonderneher unter einem spitzen Winkel geschehen, wodurch sichdann auch die beiden Weg-Linien auf eine weil schönereWeise verbinden werden.

5 .

Das Ausftecken aller dieser Linien und Formen, wennsie sich ihrem Urbilde der Natur nahe«, solle» , ist eineeben so wichtige als schwere Sache. Es versteht sichdaher von selbst, daß derjenige, welcher es unternimmt,«inen natürlichen Garten anzulegen, ein guter Zeichnersowohl in den geometrischen Planen, als ländlichenDarstelln ngen rc. nothwendiger Weise seyn muß. Alleines ist ein großer Unterschied, auf dem Papier im kleinendiese Formen auszudrücken, als sie in der natürlichenGröße, und in der Natur selbst zu zeichne» und auszu-stecken. Der geschickteste Landschafrmaler, wenn er solchegroße Linien, die sich öfter in zusammenhangenden Krei-