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Erster Theil. Die Kunst, das Gewässer zu denen verschiedentlichen Nothwendigkeiten des menschlichen Lebens zu leiten, in die Höhe zu bringen, und vortheilhaftig anzuwenden.
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V. Capit. Von Auszierung derer Gaͤrten. 61

man denſelben, und ſchlaͤgt ihn Schicht vor Schicht wohl ein, ohne den gering-ſten leeren Raum darzwiſchen zu laſſen, ſo daß aus allen dieſen Schichten gleich-ſam ein einiger feſter Coͤrper entſtehe, den das Waſſer gantz und gar nicht durch-zudringen vermag. Deßhalben muß man ſehr genau auf das Verfahren dererArbeits⸗ Leute Acht haben, maſſen die geringſten Nachlaͤßigkeiten groſſen Schadenverurſachen koͤnnen. ü

. 7485. Wann es ſehr groſſe Baſſins oder Waſſer⸗Reſervoirs betrift; ſo Die groſſen Keſſelunterlaͤſſet man, die Unkoſten zu erſparen, gemauerte Grund⸗Lager anzulegen, und oder Waſſer⸗He-iſt mit einer 18. Zoll dicken Schicht Waſſer⸗ Letten zufrieden, die auf einen guten, abeſten Grund geſchlagen wird. Den Rand derſelben beſetzet man mit einer Laage Grund dagern an,von Baum⸗Wurtzeln, die gleichſam dem Mauerwerck, womit der Rand des Keſſels geleget.eingefaſſet wird, zum Fundament dienen: Und auf kaum gedachte Schicht errichtetman alsdann die ſo genandte ſchwimmende Mauer, und zwar ſo, daß ſie 12. Zollvon der aͤuſſerſten Mauer⸗ Verkleidung abzuſtehen kommt: Den Zwiſchen⸗Raumuͤlet man alsdann mit dem zubereiteten Waſſer⸗Lettten wohl aus, wie im vorher-gehenden ſchon gemeldet worden. Nachdeme nun das gantze Werck ſo weit in guten

Stand geſetzet worden, bedecket man den Boden des Keſſels oder Reſervoirs, miteiner 6. Zoll hohen Schicht Sand. Was die eigentliche Hand⸗Arbeit oder Be-werckſtelligung ſolcher Arten von Wercken anbelanget, darbey mag ich mich hier wei-12 aufhalten, weilen es vielmehr in den andern Theil der Waſſer⸗Bau⸗Kunſt

oͤret. 5

a 8. 1486. Ob gleich die Natur in der Herfuͤrbringung alles deſſen, was zu Wie Ciſternen zudem Leben derer Menſchen und Thiere noͤthig iſt, gar ſehr abwechſelt; ſo haͤlt ſie erbauen, um dasdennoch in dem Stuͤck, was ihr Getraͤncke anbelangt, ein unverbrüͤchliches Geſetze. 1 9 0 5 0Jedes Land bringet ihnen gar mancherley Fruͤchte und Lebens⸗Mittel herfüͤr, nur das fen. auffubehal-aſſer ausgenommen, iſt dasjenige, was uͤberall und allenthalben einerley bleibet,und uͤberdem auch ſo gar hoͤchſt nothwendig iſt, daß gar kein Ort bewohnet werdenoͤnte, wo deſſen mangeln ſolte. Alle dieſenigen, die von denen Eigenſchaften desaſſers geſchrieben haben, kommen darinnen mit einander uͤberein, daß das Regen-aſſer das leichteſte und geſuͤndeſte ſey. Wie nun ſolches in ſeiner vollkommeneneinigkeit wohl zu verwahren, davon will ich nun im folgenden weiſen, wie guteEiſternen zu bauen.

. ie Groͤſſe einer Ciſterne muß ſich nach der Groſſe oder Capacitäͤt derer Ge-baͤude 55 a deren Daͤcher das Regen⸗Waſſer auffaͤtt, welches man oben zu-ſammen zuſammlen verlanget. Es iſt dannenhero zu wiſſen, daß gemeiniglich die Zeiteines Jahrs uͤber, 18. Zoll hoch Regen⸗Waſſer auf die Oberflaͤche der Erde herunter

llt. Bekommen alſo 4. Quadrat⸗Toiſen, die wir in einer horizontalen Laage an-nahmen, eine Cubie-Toiſe, oder 27. Muids Waſſer. Es gebuͤhret ſich aber, dieEiſterne um ein Drittheil groͤſſer zu 0 als der Anſchlag etwan aus weiſen moͤchte:orbey auch annoch in Obacht zu nehmen, dieſelbe ſo tief anzulegen als man nurkan, und zwar, wann es anders moglich ehn will, an einem ſolchen Orte, wo ſievöllig bedeckt ſehn kan, damit man nicht nöthig habe, ſich alen denen enigen Noth-wendigen zu unterwerffen, welche zu der Errichtung eines Gewoͤlbes erforderterden. 8 5

die jef genug ausgegraben, und den Boden wohl ab-beben werbe b de baer Boden gegen diejenige Seite einen Abhangaben muß, allwwo der eigentliche Schoͤpf⸗Brunnen angeordnet werden ſoll, mitwelchem die Saug⸗ Rohre des Stiefel, Wercks zuſimmet⸗deſſen man ſich, dasaſſer aus der Tieffe heraufzupumpen, bedienen will; ſo gebuͤhret ſich, in ſo fernman guten Thon oder Waſſer⸗ Letten häben kan, daß man zierſt von ſoachen Waſſer-detten auf den abgeebneten Boden eine Schicht von ac Hollen dicke auſſchlage ſoaß ſie über den auſſern Rand derer Pfeiler noch 18. Zoll welter hervorgehe. Wannnun dieſes bewerckſtelliget, ſo uͤberdecket man dieſe gantze Schicht mit einem 18. bis20. Zoll dicken Grund ⸗Lager von gebrandten Steinen, die mit einem guten Cement⸗ 1Mörtel oder Waſſer⸗Kitt zuſammen verbunden werden muͤſſen. Der auſſere umfangieſes gemauerten Grund- Lagers dienet alsdann zugleich auch denenzenigen Pfeilernbrm Fundament, die man hernachmals ebenfals ven Mauerwerck, nemlich von ge-brandten Steinen und guten Cemenk⸗Mür errichtet. Die Dicke oder Sie f