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Erster Theil. Die Kunst, das Gewässer zu denen verschiedentlichen Nothwendigkeiten des menschlichen Lebens zu leiten, in die Höhe zu bringen, und vortheilhaftig anzuwenden.
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60 Waſſer⸗Bau⸗Kunſt. Viertes Buch.

N Nachdeme nun dieſes Mauerwerck wohl trocken worden; ſo ordnet man aufdaſſelbe ein Lager, in der Dicke von 12. Zollen, und zwar von einem gewiſſen zube-reiteten Waſſer⸗ Letten oder Thon, von welchem wir im folgenden reden wel-den. Auf dieſe Schicht Waſſer⸗ Letten macht man wieder eine Lage von Mauel-werck, G H, ebenfalls auch 12. Zoll dick, wie die unterſte. Dieſe bedeckt malalsdann mit Tafeln oder platten Steinen, ſo daß ſie auf ſolche Art den eigentlichenebenen Boden des Keſſels ausmachen. Rund herum errichtet man hierauf die ſtel-nerne Einfaſſung G1, HK, wodurch dann die voͤllige Form des Keſſels erhaltenwird. Hierbey iſt nun noch in Acht zu nehmen, daß man zwiſchen dieſer Einf,ſungs⸗Mauer 61, HK, welche(bey denen Frantzoſen) Mure de douve, obeMure floltant, die ſchwimmende Mauer, genennet wird, und der aͤuſſern Eifaſſungs⸗Mauer CE, DF, eine Zwiſchen⸗ Weite uͤbrig laſſe, die 12. Zoll wei,oder breit iſt, welche man in eben dem Maaß, wie man die gedachte ſchwim-

mende Mauer errichtet, mit Waſſer⸗ Letten oder Thon ausfuͤlet. Den Hande iUmkreiß des Keſſels oder Balſins ſelbſt, IL. N, beſetzet man alsdann folgends bh f

einer Einfaſſung von Steinen oder Waſen.

Die Keſſel oder F. 1483. Der Boden oder die Grund⸗Flaͤche eines Keſſels muß ehh,Baſhne müſſen ei weniges abhangend ſeyn, und zwar gegen diejenige Seite, allwo man einen. 5na, ie drben oder Abfſuß anzuordnen gedencket, falls man denselben voͤlig ausleeren wil. Dienſelhek ni eden geſchiehet dann durch eine Roͤhre, die mit einem Ventil verſchloſſen iſt. 00gantzen Keſſel vol muß auch davor Sorge tragen, den Keſſel mit einer ſolchen Roͤhre zu verselig ausleeren kan, zu welcher das uͤberfluͤßige Waſſer hinauslauffen kan. Dieſe Roͤhre muß das 90 1

überdem noch eine nach einem Orte hinleiten, der niedriger lieget, damit es daſelbſt in einem zwe 5

15 Röhre, zu Baſfin nochmals ſpringe, von daraus auch wohl noch in ein drittes Ballin, ffaßte Wesen in an der Gelegenheit des Orts, Abhang oder Gefaͤll genug vorhanden. Zuwel 0ausläuſt, anbey hat man auch Baltins, allwo die Roͤhre zu welcher das uͤberflußige Waſſer ablal 5auch mit Hahnen zugleich gebraucht werden kan, den Keſſel vollig abzulaſſen. Dieſes geſchiehet 10Käͤſten verſehen mittelſt einer Roͤhre M, die in einem Buͤchſen⸗foͤrmigen Gefaͤſſe ſtecket, aus wel 1ſeynd. man dieſelbe nach Gefallen heraus nehmen kan, wie wir im 1382, 6, allbereitö gefuͤhret haben. Auf ſolche Art empfaͤngt dieſe Roͤhre alles das Waſſer beſtaͤndigdas im Baſſin uͤberfluͤßig iſt, und flieſſet zuweilen in einer kleinen gemauerWaſſer⸗Leitung O, nach dem Ort hin, wo es natuͤrlicher Weiſe genugſamenAbfluß hat. ö 5 g12 Nahe bey dem Baſſin ordnet man einen Hahnen⸗Kaſten an, P, in welche,ein Hahn befindlich, welchen man mit einem Beib⸗Schluͤſſel verſchlieſſet, 90allbereit ſchon im 1417.. ausfuͤhrlicher hiervon gehandelt worden, falls man deeLauf des Waſſers voͤllig unterbrechen will. Hierbey iſt nun zu oblerviren, 0man die Leit Roͤhre OR, voͤllig frey und unbedeckt auf den Boden des Keſſgfortlauffen laſſe, damit man derſelben um ſo bequemer wieder helffen koͤnne, 8.ſie etwan Schaden nehmen ſolte. Man muß auch dieſelbe ohngefehr bey die 1Zoll uͤber den Ort hinauslauffen laſſen, allwo eigentlich das Steig⸗ Rohl, 15zu ſtehen kommt, und dieſes um dieſer Urſach willen, damit man bey R eine 005nung oder einen Ausfluß in Vorrath habe, der, ob er ſonſt ſchon immer fſchloſſen bleibet, dennoch im Nothfall aufgemacht werden kan, damit das W. aalsdann mit voͤlliger Gewalt aus dieſer Roͤhre herauslauffe, falls ſie etwas achſtopffet ſeyn ſolte. Endlich muß man auch noch an dem Ort Q, einen oh ngen6. Zoll breiten Kragen rund herum um die Leit ⸗Roͤhre anloͤthen, nemlich in 1Mittel des Orts, wo dieſe Rohre hinter der Mauer 1 8, durch den WeLetten hindurch gehet, damit, in ſo fern dieſer Kragen daſelbſt ſich wohl eingeſchgg129 befindet, das Waſſer auf dieſer Seite auch nicht den geringſten Ausg⸗hinden moͤge. i

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Von der Güte F. 1484. Der Waſſer ⸗ Letten oder Thon, der zu der Erbauung aeund Zubereitung Keſſel bequem iſt, mag von Farbe ſeyn, wie er will, man darf deshalben in fei 15Vossen 1 Sorgen ſtehen: Man urtheilet von ſeiner Guͤte daraus, wann er fein fett iſt, 0in dir Ethel ſch gleichſam in die Länge ziehen laſſet, wenn man ihn brechen wil, wie dertchehderer Waſſer, Bal. deſſen ſich die Toͤpffer oder Hafner zu bedienen pflegen. Wann man nun den 115ſins bequem iſt. wohl zubereiten will, ſo faͤngt man an, ihn mit der Bickel drey bis viermal zuebeiten, worbey er angefeuchtet wird, man formiret alsdann aus denech, um

Knollen, in der Groͤſſe einer Fauſt, und knetet jeden beſonders wohl dur oraucht60

ſehen, ob kein grober Sand oder Kieß in demſelben befindlich. Alsdann bre

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