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Zweyter Theil. Die Kunst, das Gewässer des Meeres und der Flüsse zum Vortheil der Vertheidigung der Festungen, des Handels und des Ackerbaues anzuwenden.
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22 Waſſer⸗Baukunſt. Erſtes Buch.

Tafel III. liche Lage recht dazu auserleſen zu ſeyn ſchien, um dieſes verſchanzte Lager zu defendi-reren, welches, in allerley Abſicht, unter allen dergleichen zur Verſtaͤrkung einer Feſtungangelegten Lagern, das bequemſte und ſtaͤrkſte war.

Die vornehme 77. Dieſe Verſchanzung hatte mehr als 4000 Toiſen im Umfange. Der Gra-ee ben war 8 Toiſen breit, 8 bis 9 Fuß tief, und 7 Fuß hoch mit Waſſer angefuͤlt.des darinnen be⸗Dle Bruſtwehre war 12 Fuß dick, und 9 Fuß uͤber die Horizontal⸗Flaͤche des Feldesfindlichen ſchwe, erhaben, folglich gerade ſo hoch, als es zur Bedeckung der Cavallerie noͤthig iſt, WWren Geſchützes. auch, die Teiche(Daͤmme) der umliegenden Canaͤle zu uͤberſehen. Dieſe Canale wa

ren vortreffliche Graͤben, 14 bis 15 Fuß breit, und 8 bis 9 Fuß tief voll Waſſers;und dieſes konnte man, ſo oft als man wollte, durch Einlaſſung der Fluth, vermittelderer an ihren Muͤndungen befindlichen Schleußen, flieſſend machen, ohne daß denFeind ſolches im mindeſten haͤtte hindern koͤnnen. N

Das auf dieſem Lager aufgepflanzte Geſchuͤtz beſtand aus 50 eiſernen zwoͤlf⸗ undſechzehnpfuͤndigen Canonen, auf Schiffs Lafetten, mit Rollraͤdern; uͤberdiß war esmit Magazinen, Wachthaͤuſern und Schilderhaͤuslein, ſo viel ihrer von allen dieſennoͤthig waren, verſehen.

Vertheilung der 78. Dieſes verſchanzte Lager zu beſetzen, hatte Hr. de Vauban vorausgeſetztWacht dieſer Ver, daß in der Stadt und Citadelle von Duͤnkirchen 12 Bataillonen lagen; ferner eins lſchanzung, nach Fort Louis, eins in der Schanze krangois, und 8 in Bergen; zuſammen 22 Batallder Veranſtaltung loͤnen, oder eilf tauſend Mann, jegliches gewoͤhnlichermaßen nur zu 700 Mann gere 4des Hrn. de Bau⸗ net. Von dieſen Bataillonen nahm man, nach ſeinem Vorſchlage, s aus Duͤnkirchenban. und 4 aus Bergen; und auſſer dieſen noch acht andere, die von denen dort herum liegenden Regimentern detaſchiret werden ſollten; und alſo uͤberhaupt 18 Bataillonendieſe ſollten in dem verſchanzten Lager campiren, und uͤber dieſe noch 5 bis s Regimenter Cavallerie und Dragoner: welche ſaͤmtliche Truppen, in derjenigen Ordnung, wieſolche in dem kleinern Riſſe(Tafel III.) mit punctirten Linien angezeiget iſt, darinnen

campiren ſollten.

Vortheile von die; 79. Die Vortheile von dieſem Lager waren: 1.) Wenn Duͤnkirchen belagelbager il e wurde, ſo erleichterte es die Verſtaͤrkungen und Zufuhren, welche von Bergen her0 hin kommen ſollten. 2.) Wollte aber der Feind dieſem Nachtheile zuvorkommen, 1

tung allerley be⸗ 5 2 er Feil 6ſorglicher Faͤlle in Bergen zuerſt angreifen, ſo wuͤrde Duͤnkirchen bemeldete Succurſe von Graveline,

Kriegszeiten. her bekommen haben: denn unmoͤglich konnte er von allen Seiten her gleich ſtark ope-riren. 3.) Wofern der Feind eine Landung thun, und zwiſchen Grabe 55 Dunkirchen ein ſtarkes Quartier anlegen wollte, ſo ſetzten ihn die Truppen im verſchanzt!Lager auſſer Stand ſubſittiren zu können, wofern er nicht alle ſeine Zufuhr über Seebekaͤme. Weil aber dieſe allzeit truͤglich und ungewiß iſt, ſo kam ein dort campirenderFeind leichtlich in Gefahr zu verhungern. 4.) Wenn die Feinde, um nicht Verſtaͤ-kungen und Zufuhr, uͤber Bergen, nach Duͤnkirchen kommen zu laſſen, den Anfanmit Belagerung dieſes Platzes hatten machen wollen, ſo haͤtten ihm die ſaͤmtlichenTruppen im Lager zum Schutze gedient, und einander darinnen ſo ordentlich wie deigne Beſatzung, abloͤſen, und des Nachts im Lager ruhig ſchlafen koͤnnen, ohne daſie vom Getoͤſe des Geſchützes bey der Belagerung Bergens beunruhiget worden waren,Wiederum, wofern Duͤnkirchen zuerſt belagert worden waͤre, alodann war es den Tra,pen eben ſo bequem, ja noch bequemer, dieſe Feſtung defendiren zu helfen, imma„ſie bey den Attaquen, auf den Wallen, viel leichter, als der Feind in der Tran ch,einander abloͤſen konnten. F.) War auch dieſes Lager, benebſt der Unter⸗ Stad 0uͤberaus bequem, zu Beherbergung der unnuͤtzen Menſchen in der Stadt, des ſchweteGepackes, und des Schlachtviehes für die Beſatung. Ferner konnte man darin,auch, in Friedenszeiten, die durchziehende Truppen campiren laſſen, damit nich 15Stadt von ſelbigen Beſchwerlichkeit haͤtte, und ſie doch eben ſo gut, als in der Faselen1

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in Diſciplin gehalten wuͤrden, weil dieſes Lager, gleich einer Feſtung, eingeſenwar..) Iſt zu bemerken, daß mehrgedachtes Lager beynahe gar nicht angegriwerden konnke, weil man, ohne von den großen Canaͤlen zu reden, deſſen ganze ſe-liegende Gegend uͤberſchwemmen konnte, indem man vermittelſt derer in der Sta t erFeeder, dle dz 1. dahin laufen ließ, und 50 15

7 8 nitte in di 1 5 in Zeit von!Stunde vollbracht werden konnte die Damme machte; welches alles in Ze

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