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Zweyter Theil. Die Kunst, das Gewässer des Meeres und der Flüsse zum Vortheil der Vertheidigung der Festungen, des Handels und des Ackerbaues anzuwenden.
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26 Waſſer⸗Baukunſt. Erſſtes Buch.

Tafel II. geſchahe, das verſchanzte Lager und alles was von ihm abhieng, nach Eroberung der— Stadt, ſogleich verlohren war. Uebrigens laſſe man uns itzo alle angezogene Gruͤnauf einen Augenblick auſſer Acht ſetzen, und bloß erwaͤgen, was fuͤr mancherley Nach-theil der Feind von Seiten der Feſtungswerke haͤtte erleiden muͤſſen, wofern er auf delEſplanade der Citadelle den Angriff haͤtte thun wollen. b

Vortreffliche gage 88. Wenn man alle Umſtaͤnde reiflich erwaͤget, ſo wird man bekennen muͤſſen155 Nuke Bat niemals eine Tranſchee ſchwerer zu fuͤhren geweſen waͤre, als diejenige, welche ödie,(Fect de Ke. Baſtion No. 13, dum Gegenſtande gehabt haͤtte, gegen welche unmoͤglich zu approſchi-vels) um den Zu ren war, ohne ſtets zwiſchen zwey Feuer zu kommen. Denn dieſe Tranſchee wurde,gang zur Cita- zur rechten Hand, in der Flanque beſchoſſen, ja ſogar ruͤckwaͤrts, und dieſes von einetdelle zu defendi⸗ mehr als 400 Toiſen langen Fronte. Wollte aber der Feind ſolches meiden, und deß-05 wegen ſich naher nach dem Meere ziehen, ſo kam er unter das Feuer des ſchweren Ge-

ſchuͤtzes in der großen Rißbank und der Ruͤck⸗ Batterie; und uͤberdiß auch unter das

Musketenfeuer von dem weſtlichen Damme der langen Einfahrt.

Ohne allen Zweifel hatten dieſe zwo Schanzen die gluͤcklichſte Lage, die man ſichdenken kann; wie dann hiernaͤchſt auch aus ihrer Figur alle moͤgliche Vortheile zu ziehenwaren. Aber es ließen ſich dieſe Vortheile nicht eher einſehen, als bis die Attaquen,deren Duͤnkirchen faͤhig war, ſtuͤckweis gezeigt worden waͤren. Daher ſchmeichele imir, es werde meine ausführliche Veſchreibung von Dünkirchen denen, für die ich 5gentlich ſchreibe, keineswegs gleichgültig ſeyn, weil ſie ihnen allgemeine Ideen zutfenſton der Seeplaͤtze wird geben koͤnnen.

Project, welches 87. Der Feind konnte ſich, allem Anſehen nach, nicht entſchlagen, zugleich mit15 1 85 die der Citadelle auch die Fronte No. 17. 15. 90 ee 880 5 Rech-neben der Eita⸗ ten etwas zu thun zu geben. Weil die Ingenieurs nicht unterlaſſen hatten, dieſe Be,delle liegen detrachtung zu machen, ſo gaben ſie in Abſicht, bemeldete Fronte noch furchtbakes 5Fronte der Fes machen, im Jahr 1711. dey Hoſe das Project ein, zwiſchen der Baſtion No. 13. ung1 zu be⸗ dem Ravelin No. 16. noch ein detaſchirtes Werk anlegen zu laſſen, zur BedeckungHe deſſen, was man die Communication nannte. Dieſes Werk, deſſen Kehle an demRande des Grabens liegen ſollte, haͤtte die Tranſchee der Citadelle noch weit ſchmültgemacht, und den Feind genoͤthiget, ſelbiges Werk vor allen Dingen, bevor er dalmindeſte haͤtte unternehmen koͤnnen, zu erobern. Weil aber bald hernach alles ein, an-deres Anſehen bekam, ſo iſt an dieſen Anſchlag nicht weiter gedacht worden. Im übergen lehret der Augenſchein klaͤrlich, daß hierdurch der Angriff der Stadt, von dieſe 4Seite her, moraliſch unmoͤglich geworden waͤre, weil alsdann die Tranſchee der abank frey vor Augen gelegen haͤtte; man muͤßte dann eine ſchreckliche Menge Schultewehren angelegt, und mit doppelter Sappe approſchiret haben: und dieſes waͤre in gnem ſandigen und unfeſten Boden, wo kein Gehölz, folglich auch keine Faſchinen 0haben waren, eine hoͤchſt beſchwerliche und langweilige Arbeit geweſen. a

Ainderniſſe von 88. Noch waͤre auch dieſes fuͤr den Feind ein großes Hinderniß geweſen, 11 nicht gewußt hatte, wo er ſeine Batterien anbringen ſollte, um das Feuer der loggliche Geſchüg auf ten zum Stillſchweigen zu bringen, da es ihm an Plate fehlte, die fu ihn gefaͤht 110zupflanzen. ſten Linien der Feſtungswerke nach ihrer Laͤnge zu beſchieſſen oder zu enfiliren: enn nKreecken, wenn ſie vom fluthenden Meere angefuͤllt waren, erlaubten ihm nicht/ 1dieſer Seite her zu approſchiren; auch konnte er ſich nicht nach ſeiner Rechten, gegden Weg nach Gravelines, halten, ohne Ueberſchwemmung vor ſich zu finden, un Ge-gleich dem ganzen weſtlichen Theile des verſchanzten Lagers, welcher mit ſchweren, nnchuͤtze ſtark beſetzt war, und wovon man ſo viel als man wollte, dahin bringen komte, bloßgeſtellt zu werden. Ngerten

Wenn man, uber diß alles, betrachtet, was fuͤr heftige Ausfaͤlle die Belag n-an etlichen Orten zugleich, und ohne alle Gefahr abgeſchnitten zu 1 thun 1 5

a ten; wie konnte es der Feind be ruͤcken aus 2 ˖ r, da5 8 ym An aushalten? um ſo viel 5 Graben

nachdem er bis an die Contreſcarpe vorgeruͤckt war, der Uebergang uber

wegen des Spiels der Schleuſſen, immer ſchwerer wurde. Aug welchem ales her,Schluß zu ziehen iſt, es ſey nicht allemal die große Menge angehaͤufker Geſtungegor-ker, was eine lange Defenſion wuͤrken kann; vielmehr ſind die gruͤnd ichſten ertetheile einer Feſtung diejenigen, die ihm ſeine durch die Kunſt noch mehr verbeſeks