38 Waſſer⸗Baukunſt. Erſtes Buch.
Tafel V. hoͤriger Weite von einander abſtehen. In den Seiten Mauern, zu beyden Seite,
— DbLrinat man zuweilen eine kleine Waſſerleitung oder einen Abzug an, welcher ine 3 Mitte ein in einer Fuge ſtehendes Schutzbret hat, damit das Waſſer von einer SeilN oder Schleuße zur andern durchlaufen koͤnne, ohne daß man deßwegen die Thore öffne
duͤrfe.
Was ſonſt noch 117. Bey Anlegung der Seiten⸗Mauern laͤßt man darinnen von vorn her g“Son renn wiſſe Dertiefungen darein die Thore wann ſie oſſen ſind einpaſſen⸗ damit ſie denund des Bodens durchgehenden Schiffen nicht im Wege ſtehen. In eben dieſen Vorderſeiten machelder Schleußen be- man auch doppelte Fugen, um darein eine Anzahl kurzer Balken mit ihren Enden uͤbelobachtet wird. einander zu legen; wodurch dann eine Verdaͤmmung wie ein Kaſten entſteht, welchman mit lettiger Erde anfuͤllt, um ſolchergeſtalt einen Schutz oder Damm zu bekomen, es ſey an der Fluth-oder der Ebbe⸗Seite, oder auch wohl an beyden Seitenzugleich, wenn man das Mittlere der Schleuße, zu Ausbeſſerungen an den Thorn
oder an dem Boden derſelben, trocken haben will.
Bey großen Schleußen enden ſich die Seiten Mauern in Geſtalt des Schwalben“ſchwanzes, d. i. die ſo genannten Fluͤgel oder Seiten⸗Mauern werden von vorn el,wie auch am Hintertheile, ausgelaſſen oder weiter gemacht, wodurch das Ein⸗ unAuslaufen des Waſſers, wenn es, um ein Baſſin, eine Docke, oder guch einen Canch,
entweder zu erſchoͤpfen oder anzufüuͤllen⸗ durchlaufen ſoll, erleichtert, zugleich auch vir-hindert wird, daß nicht das Waſſer hinter die Seiten⸗Mauern dringe und Einſchnittedarinnen mache; wodurch ſie in kurzer Zeit zu Grunde gehen wuͤrden: und aus dieſ-Urſache ſetzt man gemeiniglich an jeder Seite ein Stuͤck ſchraͤg angehendes Mauer- odaZimmerwerk wie Kahen(Anlaͤnden) daran, welches hinten mit lettiger Erde angeflllet wird, damit das Waſſer um ſo viel weniger eindringen koͤnne.
Der Boden der Schleuße muß nicht weniger mit großer Sorgfalt gearbeitet wer-den; ingleichen die vorſpringende Unterlage der Thorfluͤgel. Die aͤuſſerlichen Raͤndeldes Schleußen⸗Bodens bekommen kleine Roſtwerke, die man auf etliche Betten odSchichten von Faſchinen ſetzet, und dieſe wiederum mit Pfaͤhlen und herum gewundenen Horden oder Flechtwerk befeſtiget; und zuletzt werden die Felder dieſes Roſſwerkömit Kieſelſteinen ausgefuͤllet. Alles dieſes zuſammen, machet den Vorboden
Schleuße aus, und dienet, den innern gebohlten Boden vor dem Schaden, den ihtdas Waſſer, wenn es Loͤcher darunter riſſe, bringen koͤnnte, zu bewahren. 5
Was zu den vor- 116. Die großen Schleußen verſchließen ſich, wie bereits e orden, miteee Uns geradlinichten oder auch bogenförmigen Een 5 ſich 1 wor vorſprlSchleusen. Thore gende Unterlage ſtaͤmmen, welche aus etlichen mit einem Giebelſpieß zuſammengefüß,gehoͤret. ken Bauhoͤlzern beſteht; welche Unterlage die Thorfluͤgel ſo feſt zuſammenhaͤlt, daß ſienicht wanken koͤnnen. Das Uebrige was hoͤher an den Thorflüͤgeln iſt, ſtaͤmmet, ſich
an der Stelle ihrer Einfuͤgungen gegen einander, wo ihre Staͤnder eingekantet ſind.
Alsdann machen ſie einen Vorſprung, in Geſtalt eines ſtarken Bruͤcken⸗Pfeilers;
her ſie vorſpringende oder Stoͤmm⸗CThore genannt werden. Beyde Thore, wand,
in dieſer Lage ſtehen, formiren, nebſt den Linjen der Seiten⸗Mauern, welche die 0
ſchen⸗ Weite geben, einen ſechseckigen Raum, welcher die Kammer oder der Schlei 1
ſen⸗ Canal genannt wird. Es bedarf großer Kunſt und Einſicht, dieſe Thore 0 inbverfertigen, daß ſie eines ſtarken Widerſtandes faͤig ſind, ohne ſie mit uͤberflußigenHolzwerk zu belaͤſtigen. Ihre Vollkommenheit beſteht in einer kluͤglich ausgedacht
Zuſammenfuͤgung; und wir werden am gehoͤrigen Orte ausfuͤhrlicher davon handeln.
Weiſe, wie man 117. Wenn man in den Seiten⸗Mauern keine Abzuͤge oder Waſſerleitungganer don machen will, ſo machet man unten an jedem Thorfluͤgel ein Thuͤrlein, damit man fThore zur andern erforderlichem Fall“ dſo viel Waſſer als man will von einer Seite zur andern fal 1duale ln n eröfß deen 1 5 7 0 Thuͤrlein verſchließen ſich durch kleine Schutzbreter, die mane ſie zu eroſf⸗ M o j ö 1.gel bac 5 erſten Riegelholze befeſtigten Winden auf und zuſchiebt. 05— Schleuße Damit man oben auf der Schleuße von einer Seite zur andern kommen kann 0„. chet man eine Drehbruͤcke, welche man umleget, damit die Schiffe mit began le 0 9durchgehen koͤnnen. Wenn die Schleuße ſehr breit iſt, ſo beſteht dieſe Bru eſind-zweyen Stuͤcken, die oben auf jeder Seiten⸗Mauer, welche dazu eingerichtet P.ruhen und ſich drehen laſſen. 1