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Zweyter Theil. Die Kunst, das Gewässer des Meeres und der Flüsse zum Vortheil der Vertheidigung der Festungen, des Handels und des Ackerbaues anzuwenden.
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46 Waſſer⸗Baukunſt. Erſtes Buch.

Tafel V 136. Diejenigen Schleußen, welche zu Ueberſchwemmungen dienen, koͤnnen ebel

nund VII. falls nach den angegebenen Regeln entworfen werden, nur ſo, daß man dieſe Regeln,

Die Schleußen zu in Anſehung der Lage der Oerter, auch ſelbſt in Betrachtung deſſen, was man noch kl,

n

*

wandten Umſtaͤnden nach, auf mehr oder weniger ſetzet, damit dergleichen Schleuß,

üeberſchwemun⸗ wa in Zukunft anzulegen Willens ſeyn moͤchte, ihre moͤglichſt beſten Wirkungen thul

gen koͤnnen eben-falls nach allge⸗ koͤnnen..

meinen Regeln. 1 5 75entworfen wer⸗ Wenn die Schleußen eine ſehr große Menge Waſſers auf einmal und ſehr ſchnell N

den. durchlaſſen ſollen, oder auch, wenn ſie in ſehr kurzer Zeit ein groſſes Stuͤck dandes unteWaſſer ſetzen ſollen, ſo machet man zwey Gaͤnge neben einander, damit die Thore wo

niger auszuhalten haben. Und wenn eine ſolche doppelte Schleuße noch nicht zulguge

ſeyn ſolte, ſo machet man noch mehr Gaͤnge, und zwiſchen allen Mauerwerk. Inö chem Fall bedienet man ſich, zu Verſchließung eines jeglichen Ganges einer beſonderTafel VI. Methode, damit ſie zu mancherley Gebrauch dienen. Weil zu Erlaͤuterung deſſen, was!

hier geſagt, eine Schleuße mit zwey Gaͤngen zum Beyſpiel hinreichend iſt, ſo ſehe mal

Fig. 1.. die erſte Figur der ſechſten Tafel, welche eine ſolche doppelte Schleuße vorſtellt.

an

Zuerſt habe ich dte Breite 1 K der Schleußen in 12 gleiche Theile getheilt; ſod 1.

die Weite O A, welche Landwaͤrts geht, 18 ſolche Moduln lang gemacht; ferner

13 Moduln lang, damit ich den Mittelpunct P zu dem Bogen A R B bekomme, 9

cher Bogen zu Entwerfung des zweyten Paars Thorfläͤgel dienet, naͤmlich, wie ich voraub-ſetze, nach der Seite des Meeres, und in gehoͤriger Weite von dem erſten Thore“ V.damit genugſamer Raum zwiſchen beyden ſey. Hernach habe ich die Weite l O 2¹Moduln lang gemacht, damit zu Bedienung der Dreh-Bruͤcke Raum genug ſeh.Wann man ſich nun in den Gedanken vorſtellt, als ſey der Raum zwiſchen VK, welch13 Moduln lang iſt, nicht vorhanden, und es falle der Punet K in V. ſo wird dieSchleuße der obigen(auf Taf. V.) völlig ähnlich, und hat eben dieſelben Proportion

weil ſodann der Riß zu dieſer und zu jener in nichts unter ſchieden iſt, und beyde fuͤt 1 10 1

Stuͤck der Schleuße einerley Moduln halten; ſo daß ich mich nicht laͤnger dabey aufhalten habe. a

Nöthige Vor⸗ 137. Ich ſetze voraus, es ſeye dieſe Schleuße an der Muͤndung ei ußes odefieber glenges eines Canale, wo er ins Meer debt, und daß man das Waſſer dadtn hs cba 10au einem Canal nals bald zum Dienſt der Schiffahrt, bald zu Austrocknung des Landes, wann es d f.welcher das 1 Waſſer uͤberſchwemmt worden, bald auch zu Vertiefung der Einfahrt der Schiffe auſer aus demkande Rehde in den Hafen anwenden und nutzen will, wie ſolches beſagtermaßen durch

ins Meerkeitet. Schleuße zu Mardyck bewerkſtelliget wurde.

In der Seiten⸗Mauer Taf. VI. kig. 1. befinden ſich zwey kleine Waſſerleitungeoder Abzuͤge, a bod, noq r, und in der Mittel⸗Mauer die dritte g k, deren Zwaſ,oder Quergaͤnge eine Communication des Waſſers zwiſchen beyden Haupt⸗Gaͤngen 1Schleuße machen, ſo daß das Waſſer, vermittelſt der Schutzbreter bey den Fugen b⸗ 5e, f, gu b, i; h mz o, po q hin und her gehen kann. Der Gebrauch dieſer Schu

breter iſt folgender. 5 f

Will man ohne die groſſen Schleußen⸗Thore zu eroͤffnen, das Waſſer aus delLande, oder aus einem Fluſſe, ins Meer ablaufen be ede 8 00 iſt, ſo 0ſchließt man die Schutzbreter bey b. ü pe und laͤßt die uͤbrigen alle offen: ſo fließt 0Waſſer ungehindert durch die Abzuͤge a boch g. noqr; und ſobald die Fluth wiedekommt, verſchließt man die Schutzbreter bey o, b, m, q, ſo daß es zuruͤck bleiben muß-

Man hat hierbey zu bemerken, daß man in jedem Abzuge doppelte S utzbret 0b. g, o, angebracht hat, damit, wenn etwa bey 1035 nöthigen Nude aalnannten nicht zu brauchen waͤren, andere ihre Stelle vertretten koͤnnten. Und w 5 delSchutzbreter bey h, ü) p, anlangt, dieſe dienen, das Meer⸗Waſſer in jeden GangSchleuße zu bringen, ohne deßhalben die Thore zu oͤffnen.

Es iſt nützlich, 138. In der That ſind es, wie man leichtlich wahrnimmt, zwey Schleußen ehh

nach der Seite einander, deren jegliche ihren beſondern Gebrauch i 5f aben kann. So dienet z. fdelt Shore zu erſte zur Durchfahrt der großen Schiffe aus dem Cabal ins Meer, oder aus dam Weisermachen, damit den Canal, wie im Schleußenfall bey Oſtende; und in ſolchem Fall wird das ſuͤſſe 1das Land deſto nur von einem Thore ME N geſtemmet; hingegen ſetze ich, nach der Seite des dab

ſicherer ſen, auch doppelte Thore VS, A RB, um auf alle Falle deſto ſicherer zu ſeyn. Denn weg

ab,ch d

er beß