Band 
Zweyter Theil. Die Kunst, das Gewässer des Meeres und der Flüsse zum Vortheil der Vertheidigung der Festungen, des Handels und des Ackerbaues anzuwenden.
Seite
31
JPEG-Download
 

... ĩͤðͤv

Von den Schleußen in Fluͤſſen. 3

Drittes Vapitel.

Von den Schleußen, wodurch die Schiffahrt auf Fluͤſſen 1

1 5 erleichtert wird.

91010

ir haben bisher die allzu vielen Krummen, welche die Fluͤſſe ma⸗ Die Krummen der

J chen, als einen großen Fehler angeſehen, weil ſie den Weg Flüſſe mindern dievon einem Orte zum andern ſehr verlaͤngern und zugleich die e e eaus ihrer unterſchiedenen Horizontal- Hoͤhe entſtehende Ab⸗ihre Geſchwindig-ſchuͤßigkeit mindern, weil dieſe eine laͤngere Grundflaͤche be⸗ keit: weil aber dieſekoͤmmt. Ich will ſagen: wenn ein Punct vom andern, nach zur Schiffahrt nicht

ten Wege, rooo Toiſen entfernet waͤre, und es betruͤge die Abſchuͤßigkeit des ale e

denf wee0 e 1,000 Toiſen durchlaͤuft, nur noch den zehenten Theil der vorigen Ab⸗ vortheilhafteſte.0 nec malnlich, auf jegliche tauſend Toiſen nur 1 Fuß: woraus dann folget, daß

1 tefer eſchwindigkeit viel geringer iſt, derſelbe, wann er aufſchwillt, ſeinen Schlauch

0 Fol machen kann, ſondern ihn vielmehr mit Schlamme und Sande anfüllet, und

0 ſaſchas der Jeit ins Land tritt. Wiederum, wenn man erwaͤget, daß Fluͤſſe, welche

be bie ſind, nur ſeichtes Waſſer haben, weil es ſehr geſchwind ſtießt und dieſelben

0 tete aachet: ſo erkennet man daraus, daß der kuͤrzeſte Weg nicht allemal der vor-

0 Jauss iſt, und daß man vieler Behutſamkeit noͤthig hat, wenn man die Kruͤmmen

eg 905 ins Gerade bringen will, damit man nicht aus einem Uebel in ein noch

tefal. Man muß daher die Waſſerwage recht wohl brauchen, um die Ge-, Duachſteines Fluſſes, der schiffbar gemacht werden ſoll, in Beziehung auf den mitt-e da ſeines Waſſers, zu determiniren, damit ſie ſo eingerichtet werde, daßInn de Schiffahrt daraus erfolge; welches nicht immer etwas leichtes iſt, ſonder-0 ſind er Fluß den Fehler hat, daß er allzu abſchüßig iſt, und wann Waſſerfälle

b gehe ſo daß die Fahrzeuge nicht ohne Gefahr hinab⸗ und noch weniger hinauf-konnen.

10 f.ae Das einzige Mittel in ſolchen Faͤllen iſt, das Waſſer eines Fluſſes durch Gebrauch derfen und Schleußen⸗Faͤlle(Sas d écluſes) aufzuhalten, um den Fahrzeugen das eben Falle,und dül⸗ und abwaͤrts zu erleichtern, ohne einige Gefahr dabey befuͤrchten zu duͤr⸗ dne el

0 f i f 5e eren Zweck hat man in unſern Zeiten auf eine ſo einfache und glücklich erſon⸗ nes Fluſſes zu min;N chen. reichet, daß man ſich, wie es ſcheint, nichts beſſers mehr in dieſem Stücke dern, und ihn, ob er

Fersen. Man wird ſolches aus der Beſchreibung eines ſolchen Schleußen⸗gleich Waſſerfälle5 fue, welche ich bloß um deßwillen gebe, damit Leſer, denen ſie noch nicht e eeU n dein den Stand kommen, dasjenige beſſer zu verſtehen, was vom Schiff⸗—9

er Fluͤſſe, in allerley Faͤllen, zu ſagen uͤbrig iſt.

sen i

5 döchleßen⸗Fal heißt ein Baſſin L. M,(Fig. 4. und 5.) das nach der Laͤnge eines Tafel XLIV.f ben G eines mit Kayen verſehenen Canales, angeleget wird, und an deſſen beye᷑-f 1 wie m leußen L, M, gebauet werden, an einer Stelle, wo ein Waſſerfall Z iſt,

we man am vorausſetzet, von der Abſchuͤßigkeit des Erdbodens entſteht,) und durch

m i90 nds Waſſer vertheilen und ſo hoch als man will in das Ballin treten laſſend und die hineingelaſſenen Fahrzeuge aus dem hoͤhern in den niedrigern Theil desö ßen b aus dieſem in jenen gehen koͤnnen; welches alles durch das Spiel dero eberkſtelliget wird, wie jetzo gezeiget werden ſoll.

—

———

ä—

ö auc uhme an, es liege der Boden des Balſin ohngefähr 1 Fuß hoͤher als derene 1 5 Fluſſes, an ſeinem untern Theile, ſo daß folglich das Waſſer, zurbn ani nn eine gewohnliche Hoͤhe hat, in⸗ und außerhalb dem Ballin in gleicher Hoͤhe0 0 f t die Schleußen⸗Thore M ohne Noth beſchweret werden, welche man als-ne her 0 kann; das obere Thor hingegen wird verſchloſſen, damit es das Waſſerfag elne ziner Hoͤhe erhalte, welche zum Schiffen dienet: und dieſes geſchieht0 bla ˖ Ablaufes an der Oberflache, wodurch das ſtets zufließende Waſſer des

1 und durch einen Neben⸗Graben ſich mit dem untern Waſſer vereiniget,

ediulweilen eine Muͤhle getrieben hat. i

H 2 Wenn

*

f in dieſer Lange, ordentlich ro Fuß: ſo behaͤlt der Fluß, wofern er ſeiner Kruͤm⸗ nicht allemal des