„ versprach , der ward zu Kolli, als der größteKätzer verdammt, da sie den Aristoteles doch nicht„ verstunden, und haben die Sophisten ihn viele« mehr verdunkelt. „ — Mit dieser ganz verfälscheten Welkweircheit des Aristots verschwisterte manauf der einen Seite das Rirchenrechl, auf der anedern Seite die casuistische Gotresgelehrtheit; durchbetrügliche Distinctionen suchte man die Völker zutäuschen und den römischen Bischof in der Hoheiteines unumschränkten Caliphen zu behaupten. Die-ser litterarischen und religiösen Tyranney setzten sichhie und da die Mysticker entgegen. Der M>'sti,cismus bestand in völliger Abgeschiedenheit von derNatur und in engster Vereinigung mit dem göttli-chen Geiste; seinen Ursprung hatte er einerseitsder Abgezogenheit des Klosicrlebeus und der Ent-fernung von allen Welthändeln, anderseits demStudium kabbalistischer und arabischer Philosophenzu danken. Gleichwie vormals gegen den Despo-tismus des heidnischen Roms die stoische Philoso-phie , so ward nun gegen den Despotismus despäpstlichen Roms und überhaupt gegen jeden tiran-uischen Ueberdrang die mystische Theologie als Z,l-flucht, als einziger, noch übriggelaßner Meerhafengewält. — Zwischen den dornigtcn Schullehrernund den frömmelnden Mystickern strotzten eine Men-ge witzelnder Allegoristen. Orientalische Mahrgenund Räthsel wurden häufig übersetzt, gelesen, ge-predigt. Immer schienen die Weisheit und dieNarrheit der Abendländer von den Morgenlanderngeborgt. — Bey der weit grösser» Anzahl unterden Priestern herrschte freylich noch immer die
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