Band 
Erster Theil.
Seite
131
JPEG-Download
 

IZl

kert. Sehr unschicklich wurde dieser Entvölkerungdurch allzu leichtsinnige Mittheilung des Bürger-rechtes an Ausländer begegnet. Auf einmal kamenim Jahr 1499. zwcyhundert neue Bürger nach Zü-rich , höchstverschieden in Absicht auf Sprache undSitten. Die Bürgerschaft war im Jahr 1529.auf 92z. Mann herunter gefallen; unter denselbennur 64. Krämer und 50. Weber; hingegen Edel-leute oder andre, die kein Handwerk oder Gewerbtrieben, bey izo. auch nur Weinschenken 87.

XIV.

Religionötrennung.

Anfangs des XVtten Jahrhunderts.

Aur Verdorbenheit der Sitten trug ausser denKriegesdiensten auch der Mangel an Aufklärung,besonders der Religiösen, viel bey. Weit wenigerdurch Verbesserung des Herzens und Wandelsals durch Beobachtung äusserlicher Ceremonienglaubte man Gott zu gefallen; auch die abscheu-lichsten Dergehungen hofte man bloß durch Prozeßio-nen und Wallfahrten, durch Anbcthung der Reli-quien und Bilder, durch Beschenkung der Kirchenund Klöster, durch Erkaufung päpstlicher Jndulgen-zen, durch bezahlte Beichten und Seelmessen zu til-gen. Indem die Priester und Mönche vermittelstdes Bannstrales in dem gegenwärtigen Leben, undauch noch in dem zukünftigen vermittelst des Feg«feuers, über die Menschen, über todte und lebende,