Band 
Erster Theil.
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Geistlicher so sehr gehäuft , daß unvermerkt derganze Stand verdächtig gemacht wurde. Wenn dieKrankheit auss höchste steigt, so ist die Heilungam nächsten, so wie auch am dringendesten. Glei-cher Weise bahnte, auch wider Wissen und Willen,Papst Leo X. den Weg zur Rirchenverbesserung,sowol durch die Ausgelassenhit seines Hofes alsdurch die Beförderung der Gelehrsamkeit undder Künste.

Nach der Zerstörung des morgenländischen Kay-serthums im Jahr 145z. hatten sich viele griechischeGelehrte nach den Abendländern geflüchtet; da-selbst ficngen sie an, einen bessern Geschmack in denWissenschaften zu verbreiten; die Luchdruckerkunst,welche im Jahr 1440. erfunden worden, erleichter-te die Bekanntschaft sowol mit den claßischen Schrift-stellern als mit den heiligen Schriften. — So ver-traulich die Reformatoren mit der Muse von Sion,mit Roms und Griechenlands Musen gewesen, sohielten ste's nicht für Entweyhung, dieselben in derMukeriprache reden zu lassen. Auf solche Weiseblieb Gelehrsamkeit nicht länger ein Monopol derRirchcn und Rlöster, nicht länger blieb sie in derLeichenhalle ausgestorbner Sprachen vergraben. Ineinem alten Volum von neunzehn verschiedenenWerkgen, alle vom Jahr 1521. bis zum Jahr 1524.gedruckt, findt man einen Aufsatz mit der Auf-schrift: Der gestryft Hchwptzerbaucr; aus demsel-ben sieht man, wie wichtig der Einfluß der deut-schen Sprache auf die Nationalaufklärung gewe-sen: »Es hat sich begeben, hcißt's unter anderm,» daß vff ein Zyt ein Münrh hat gepredigt in einer