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» Statt vnd hat in allen sinen Predigten und Lehr« sich erzeigt ein Hasser und Deneydcr aller der,„ die tütsche Bücher lesen, vnd hats gar on als« Mittel für ein groß Sund vnd Jrrsal gehalten,„ als ob es Räzcrcy sey.,, Diese Käzerey schienso gefährlich, daß Oecolampad sich genöthigtfand, in einem weitläufigen Schreiben den deut.schen Vortrug auf der Ränzel gegen CasparHedio zu rechtfertigen.
Höchst wahrscheinlich indeß hätte bey dem denklo-sen Pöbel die Aufklärung wenig Eiugang gefunden,wofern er nicht durch das Interesse wäre aus demSchlaf geweckt worden. Weit auffallender sind dieAusschweifungen des Lebens als die verirrungendes Geistes; weit eher hatte man die Nothwendig-keit der Sittenverbessernng als die Nothwendigkeitder Glaubcnsverbesserung, den Drang nach zeitli-chem Heil weit eher als nach ewigem, nach leibli-cher Freyheit weit eher als nach geistlicher empfun-den. Zu den übrigen Bedrückungen, die endlichdie Völker empörten, waren itzt die päpstlichen In-dulgenzen gekommen. Eine Art religiöser Wechsel-billets, die man mit Gelde erkaufte, um damit dieSchulden gegen Gott zu bezahlen. Mit solchen Jn-dulgenzen hatte im Jahr izrg. ein mayländischerMönch, Bernardin Sanson, ganz Helvetien durch-reiset. x) als er zu Nern eine grosse Anzahl dersel-ben an den Mann gebracht hatte, stieg er auf ei-nen Altar und verkündigte: «Nunmehr sind die« Seelen aller Berner, wo und auf was für Weise,, sie immer von dieser Welt abgeschieden, auf ein-x) S. RüchatI.