Band 
Erster Theil.
Seite
160
JPEG-Download
 

i6o -—

Verbannung der reformirten Prediger anheischigmache. Als die reformirte Parthey die Erfül-lung des ersiern dieser Bcdmgnisse vorzog, wiesman sich ab und zwang sie, ungeachtet ihrer sehrbeträchtlichen Anzahl , zwischen der Abschwörungdes neuen Glaubens und der Vertreibung aus demVatcrlande zu wählen. Bey Hellem Mittage tre-ten itzt die Reformülen unter die Waffen, allein,um sich nicht am Blute der Mitbürger zu verschul-den, zieh» sie lieber aus der Stadt weg und las-sen Hab und Gut , Weiber und Kinder zu-rück. — Von den katholischen Kantons verfolgt,nur schwach von den reformirten begünstigt, zer-streuten sie sich in die benachbarte Gegend. Dasganze Land, ein oder zwey Dörfer ausgenommen,kehrte zur katholischen Rüche zurück und Z4. Pre-diger wurden ihrer Aemter entsetzt.

Mittlerweile trug Wilhelm Ka'kl von einer Stadtzur andern die Fackel der Wahrheit. Hie und daerweckte ihr sonst wolthatiges Licht gefährliche Entzün-dung. Zu wiflisburg und Peterlingm, in dembischöflichen Bezirke von Lausanne, zu Drbe undin andern Herrschaften, welche gemein chaftlich vonLern und Freyburg regiert werden, siegte nur un-ter dem Tumulte des Aufruhrs die Lehre des Frie-dens. — In Genf wurden öffentlich verschiedenePapiere angeschlagen, zur Verhöhnung des Pap-stums. Eben war mit Anschlagung eines solchenbey der Cathedralkirchc ein junger Genfer, NamensJohann Goulas, beschäftigt, als ein Eanonicus,Peter Wernli, dazu kam; dieser gab dem Jünglingeine Maulschelle und zog gegen ihn seinen Dolch

aus.