— l87
die Reformation eingeführt worden. — Die dama-lige Beherrscherin von Neuburg, Johanna vonHochberg , schien aus Unwillen über die Reforma-toren keineswegs ungeneigt zu vortheilhaftem Ver-kauf ihrer Grafschaft, umso vielmehr, da sie zumvoraus sah, daß ihr Enkel, Franz von Lonyue-ville, ihr nächster Erbe, ohne Nachkommenschaftabsterben werde. Nach dem Hinscheid dieses letzter»machte seine Mutter, die unglückliche Königin Ma-ria von SckoMand, Anspruch auf Neuburg. —Bey Streitigkeiten über die Erbfolge stand die Ent-scheidung bey den neuburgischen Landstanden,welche durch vier Staatsräthe, vier Kastellane unddie vier Ministralen der Stadt Neuburg vorgestelltwerden. Diese sprachen, mit Hintansetzung derKönigin von Schottland, zu Gunsten zweer Nef-fen des Verstorbnen. Der eine war Leonor vonOrleans, Herzog von Longueville: der andre Ja-cob von Savoi, Herzog Nemours. Als dieser letz-tre im Jahr i;;6. das Burgrecht mit Bern beschwö-ren sollte, bat er sich den Vorbehalt der Verbind-lichkeit gegen seinen König aus; nicht nur wider-setzten sich die Lerner diesem vorbehalte; auch for-derten sie, daß Neuburg unzertheilt bleibe. Nachlangen Unterhandlnnge» wurde ihr endlicher Aus-spruch genehmigt: Kraft dessen blieb Leonor vonOrleans ausschliessend in dem Besitze von Neuburg;dagegen überließ er dem Herzogen von Nemourseinige Güter in Burgund.
' Wechselweise wurden die Eydgenosscn von dem Kay-ser sowol als von dem Rönige in Frankreich gelieb-koset; auch gelang es ihnen,durch gute Dienste sich bald