201
harten Staaten unter einander im Streit lagen,desto weniger durfte die Eydgenostschaft, in sofern sieNeutra, blieb, einen feindlichen Uebcrfall von aus»sen be,orgcn
In ihrem eigenen Schosse keimte der Saamender Zweytracht. — der Kardinal und Erzbischof zuMayland, Rarl Borromee, ein Mann, welchermit ausscrdentlichem Genie die Tugenden eines Hei»ligen und den Muth eines Helden vereinigte, die»ser sonst grosse Mann ließ sich durch übertriebenenRcligionseifer zur Entzündung gegenseitigen Miß»traucns unter den Eydgenossen verleiten. Schonhatten sich V. catholische Rantons mit walliszur Beichützuncr ihres Glaubens zusammen ver-schworen. Auf Antrieb des Kardinals traten sienunmehr mit dem Bischof von Basel in gleicheVerbindung. Ueberdieß hatte Lorromee zu May»land für die eydgenößische Jugend eine Pflanz-schule gestiftet. Auch sorgte er dafür, daß bestän-dig ein päpstlicher Nuntius sich in der Schweißaufhalten möchte. — Johann Franz Lonom,Bischof von verteil, war der erste mit diesem Auf-trage beladen. Seine Ankunft im Jahr i;8o. warden sieben catholischen Rantons willkommen: Al-lein die Bündtner und Walliser verweigerten ihmden Zutritt. Unter dem Vorwande der Klostervist-tation und der Bekanntmachung der tridentinischenActen suchte er sich durch Unterhandlungen in dengemeinschaftlichen Vogteycn um seine Kirche ver-dient zu machen. Man erhielt verschiedene Anzei-gen eines Entwurfes zur Wiederherstellung des Bi-stums Lausanne. Dadurch machte er sich bey den