2ZZ
„selbst; Christum hat sie nur einmal getragen ; du„wirst ihn von heut an alle Tage tragen dein Leben,„ lang. — Nicht lange wollt' ich in Wallis verblei,„ben; einer meiner Verwandten aber, damals Ca-„stellan oder Haupt im Disperzchnten, mißrieth mir„die Rückreise nach Zürich. Die Züricher, sprach„er, beharren bey ihrer neuen Lehre, bis und so„ lang sie aus der Bibel jemand irgend eines andern„ berichtet. Als ich behauptete, daß sie recht dar,„an thaten , schrie er: Der Teufel hole sie mit dem„ neuen Testamente! Ich erschrack und sagte: Herr„Gott, wie redet Ihr? Zugleich zeigte ich ihm, daß„alles nur allein auf den Ausspruch der heiligen„Bücher ankomme. Morgens drauf wurden die„ Einwohner versammelt und die Entscheidung gieng„dahin: Der ganze Kirchenzwist sey ein geistlicher„Handel, und die Beylegung desselben stehe aus,„ schliesscnd bey den Gelehrten." — In dem Landes-frieden vom Jahre 1551. hatten die walliser beyAnlas der unruhigen Mazenspiele erkennt: „Sie„wollen zu ewigen Zeiten weder in Absicht auf die„Religion noch auf andere Sachen niemals keine„ Gewalt üben, sondern jeden nach den Rechten ver,„hören." Nichts desto weniger gieng seither imJahre 1592. von dem Landrathe ein Befehl aus,daß alle Reformierte ihre Güter verkaufen und dasLand räumen sollten. Im Jahre 1603. baten diereformierten Rantons durch Gesandte bey demBischof und dem Landrathe um Begünstigung derfreyen Religionsübung in wallis; die VII. katho-lischen Rantons drangen auf die Abschaffung allerevangelischen Predigten. Ungeachtet sich auch die