Band 
Erster Theil.
Seite
275
JPEG-Download
 

- 2?ä

Mann aus Savoyen und von Venedig verbinden. —Die französische Seemacht mit der dänischen undschwedischen bestand aus 120 grossen, wolgerüstetenSchiffen; in den Niederlanden hatten die General»staatcn 16002. Mann auf den Beinen. Der Könignahm sich vor, nach Flandern zu zichn und persön-lich diese Provinz zu bekriegen, wofern man die schönePrinzeßin langer zurückhalten würde.

Zur Beschwörung des Kriegesgewitters anerbot derKönig in Spanien, Philipp lll. dem König inFrankreich eine Verbindung seiner Infantin mitdem französischen Dauphin. Durch die Verweige-rung machte sich Heinrich IV. verdächtig; öffentlichschrie man, daß er sich weniger um den Vortheilseines Reiches und seiner Bundesgenossen als um dieBefriedigung seiner Leidenschaft bekümmere; die Prin-zcßin von Londe hielt man für eine neue Helene,die über ganz Europa die Flammen des Krieges ver-breite. Unter dem gehaßigsten Anstrich gieng diesesGerücht durch alle Provinzen; man fügte bey, derKönig sey bereit, den Papst von dem heiligen Stuh-le zu stürzen und auf denselben einen Hugcnoten zuerheben; so kindisch diese Beschuldigung war, somachte sie Eindruck beym Pöbel. Um so viel mehrwurde das Mißvergnügen gegen den Monarchen ver-größert , als man sah, daß der Prinz von ssondegenöthigt war, sich vor seiner Verfolgung nach May-land zu flüchten. In allen Reden und HandlungenHeinrichs des Grossen bemerkte man eine innere,tieferschütterende Unruhe der Seele, die ebensosehrauffiel als die kalte Ruhe und der Glcichsinn derSpanier. Ihre Unthätigkeit läßt sich erklären, wenn