Band 
Erster Theil.
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Umsonst schickten die reformierte Kantons, Zürich,Bern und Glarus ihre Gesandten an den obernLund, der grossenthcils plantisch gesinnt war; diecatolischen Kantons, Luzern, Ury, Sänvytz, Un.terwaldcn, Zug und Solothurn schickten gleich-falls Gesandte; auch erschienen der Anwald dcs fran.zöstschcn votschafters zu Solothurn und Gueffierselbst. Alles war fruchtlos. Das Volk, sagt Lauftfer in seiner Geschichte, glich einem nenausgestosse-nen Bienenschwärme, der verworren durch einan-der fliegt und noch seinen Platz sucht. Die Einenwaren plantisch; die Andern salisch; die Dritten woll-ten neutral seyn; die mehrcrn wußten selbst nicht,was sie wollten. Nach einigen Scharmützeln gelanges der plantische» Parthey, daß ein Strafgerichtzu Chur niedergesetzt wurde. Nach und nach fan-den sich Rudolf planta und andere verbannetewieder zu Chur ein; sie wurden ihrer bürgerlichenEhre und ihrer Güter versichert, hingegen wurdeneinige von der salischen Parthey übel mißhandelt.So z. B. wurde der Hauptmann vloland an derFolter um die Urheber des letztjährigen Tumultesbefraget, ohne daß man von ihm eine Aussage er.preßte; sehr scharf, jedoch ohne Folter, wurde auchder gefangene Pfarrer pulpi geprüft; über beydeaber kein endliches Urtheil gefallt.

Der plantischen Parthey, die nun für einmal dieOberhand hatte, widersetzten sich vornemlich die En.gadiner; diese zogen ins vretigau und brachten daSganze Thal unter die Waffen; sie forderten von demStrafgerichte, das zu Chur lag, die Auslieferungsowol ihrer Fahnen als ihrer Gefangenen; auch er-