Band 
Erster Theil.
Seite
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Engadin. Bey der hohen Brücke wurde der Grundzu einer Festung gelegt, an welcher die unglücklichenEngadiner selbst zu ihrer eigenen Einsperrung, sowie die Bretligäuer bey dem Schlosse Frackstcmund bey der Rhcmbrücke an einer Vcrschanzung ge-gen ihre Freunde, die Eydgenosscn, arbeiten muß-ten. Aller Orten waren die Zugänge von den Fein-den besetzt. Mehrere Pündtner, denen die Dienst-barkcit unerträglich war, retteten sich mit äussersterLebensgefahr über die unwegsamsten und höchstenGcbürge, um ausser dem Vaterlande freyer zuathmen.

Sowol von Oesterreich als von Maxland wur-den schriftliche Rechtfertigungen an die Exdgenosseiigeschickt. Auf einer allgemeinen Tagleistung derKantons und zugewandten Orte End's Octobers1621. wurde das Schicksal des Bündtnerlandes

ernstlich beherzigt:-Dieses Land, sprach der

Gesandte von Zürich, dient uns allen zum Spie-gel. Umsonst der enge, beynahe undurchdringlicheZugang; umsonst die ewige, himmelthürmendc Fels-wand; umsonst der Hcldcnmuth der Bewohner, um-sonst die heiligsten Bande noch so angesehener Nach-barn ; von innerer Zwcytracht erschüttert, zerfallendie größten Staaten in Trümer. Bisher beredetensich die Fürsten, daß man nicht ohne Schwierigkeitein freyes Volk unterjoche, ein Volk, welches nichteinen Herrn, sondern sich selbst, sein Eigenthum,sein Weib, seine Kinder, welches bis auf den letztenBlutestropfen Freyheit und Vaterland schützt. Undwenn wir nunmehr unsere Lundeseenosscit i», zzünd-tcn verlassen, werden nicht wir selbst diese Fürsten