Band 
Erster Theil.
Seite
319
JPEG-Download
 

- ZIY

während der Bcrathschlagung hierüber, fiel von dernächsten Anhöhe ein grosses Stück Erdreich undFelsen herunter, wodurch ohne weitere Bemühungder Belagerer das Wasser einen andern Lauf nahm.Auch leiteten sie die Brunnquellen von der Stadt ab.Aus der eroberten Vcrschanzung aber beunruhigtensie die Stadt so sehr , daß niemand ohne Gefahrüber die Strassen gieng. Zugleich herrschte grosserBrodmangel; das Mctraidkorn wurde im Wassergesotten; ein Pfund Roßfleisch wurde vier Batzenbezahlt. Aufdringendes Anhalten des Bischofs undseines Kapitels wie auch des Raths und der Bür-ger bat Laldiron durch den Hauptmann Andreasvon Salis und den Zunftmeister Erhard Metgierum einen Waffenstillstand; von dem französischenDollmetsch, Johann Paul, wurde diese Bitte unrterstützt, mit Versicherung , daß aller Orten undauch in dem peltliit selbst die vorige Verfassung solltehergestellt werden. Die Antwort aus dem Bündt-nerschen Lager war kurz: allzu oft seyn sie betrogenworden, um langer zu trauen; nicht eher als nachEntfernung des fremden Kriegesvolkes werden siesich zu gütlicher Vermittlung verstehen. Nach weit«lauftiger Unterhandlung wollten sie zwar der Besa-tzung bei» Abzug gestatten, jedoch mit Ausnahmedes Obrist Laldiron, des Stifters aller Unruhen.Voll Kummer und Verzweiflung wollte dieser keineSpeise mehr nehmen. Unter dem Beding, daß manauch ihn abzichn lasse, versprachen der Bischofs, dasKapitel und die Rathe, daß sie alles zur Befreyungder Gefangenen zuInspruck anwenden wollten. Wil-lig fand sich hiezu der Feldherr im Lager, Freyherr