Band 
Erster Theil.
Seite
349
JPEG-Download
 

349

in Schwaben den Meister zu spielen anfieng, sonahmen sie nunmehr Zuflucht zu der Fürbitte der seitlangem von ihnen vergessenen Rantons; diese Für-bitte blieb so wol bey dem Röntge in Schwedenals auch bey dem Administrator des Herzogthumwürtemberg nicht eher kraftlos, bis Rothweil,allen vorgeschriebenen Bedingnisscn zuwider, einekaiserliche Besatzung aufnahm. Von dieser Zeitan wurde die Stadt von den Rantons nicht lan-ger für Bundesgenossen gehalten.

In der Eidgenoßschaft selbst erwachte der Geistder Intoleranz von neuem. Im Märzen des Jah-res i6zz. beklagte sich der Ranton Zürich auf derTagleistung zu Laden über die Ledrüekung derreformierten Unterthanen im Thurgäu und Rhein-thal. Von einer Tagleistung zur andern wurde dieUntersuchung verschoben und dadurch die gegenseiti-ge Verbitterung vergrößert. Hiezu kam noch derschon verjährte Streit zwischen den becden KantonsSchwyy und Glarus, indem ersterer Kanton inder gemeinschaftlichen Dogtey Uznach keinen refor-mierten Landvogt aus letzterm Kanton zulassenwollte. Wegen innerer Zerwürfniß vermehrte sichdas gegenseitige Mißtrauen; die katholische Ran.tons glaubte man allzusehr dem kaiserlich, österrrt-schen Hause, — die reformierten Rantons hinge-gen den schwedischen Waffen gewogen. So unbe-gründt dieser Argwohn war, so that er nichts destoweniger gleiche Würkung als wär er begründet gewe-sen. Schon hatte sich der schwedische Feldherr vonHorn des Elsaß, Gundgau und Lrtsgau bis andie vier waldstädre bemächtigt. Gleichwie nun