Band 
Erster Theil.
Seite
367
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Gebethe: »Nicht allein (wie seine eigentliche Aus-drücke lauten) „ um die väterliche Tröstung und Er-scheinung Christi im Kerker, sondern noch viel.,, mehr um die empfangene , grosse Kraft zur Er-„duldung der peinlichsten Marter; denn wenn ich„sie rsagt er) nicht hätte ausstehen mögen, so wa.„rcn die Eidgenossen meiner geringen Person halben„ in fürchterlicher Gefahr und der Frieden im Land«„zu äusserst auf der Wage gestanden u. s. w." —Ungeachtet seiner durch Lcidcnskampf erhitzten Ein-bildungskraft und des wunderbaren Gesichtes, wel-ches sie in dem Gefängnisse vor seinem Blicke schuf,siegte nichts desto weniger über den schwärmerischenAnfall die Kraft der Wahrheit und des gesundenVerstandes, indem er jenen uncrschütterten Muthunter den heftigsten Schmerzen weit über die Wun-der-erscheinung hinaussetzt. Der edle Mann verlebteseine übrigen Tage in gewissenhafter Zubereitung zumTode; in seinem letzten Willen stiftete er für Kirchenund Schulen, für Wittwen und Waisen fromme Le-gat«; durch Mißgunst ward ihm die obrigkeitlicheBestätigung verweigert und man durfte verlangen,daß er ohne eigenmächtige Verfügung die Anwendungseines Geldes unbedingt seinen geistlichen und weltli-chen Obern anheimstellen sollte. Der Mann, dermit unerschüttcrter Geduld auf den Folterbänkengelegen war, konnte bey solchen Forderungen sichweniger fassen; wegen einiger unwilligen Worte warder obrigkeitlich zu Rede gestellt und wider Willen saher sich genöthigt, die Väter des Vaterlandes an sei-ne Verdienste um dasselbe zu erinnern. Er starb imJahr 1650. in dem 66sten Jahre des Lebens-