Band 
[Zweyter Theil.]
Seite
269
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gieng, trug ein Konventual das silberne Kreutz ganzaufgerichtet vor, der Brust. Sogleich schikte dieStadt ihren Gerichtsschreiber ins Kloster, um fürdie Zukunft vor solchen Neuerungen zu warnen.Nichts desto weniger trug noch gleichen Abends,bey der Rückkehr der Prozeßion, der Konventualsein Kreutz eben so erhöht wie am Morgen. Um-sonst daß die Bürger schrien, er solle das Kreutzniederschlagen! Abermal schickte die Stadt den Ge-richtsschreiber ins Kloster, mit Vcrdeuten, wofernbey nächstbevorstehenden, allgemeinen Kreutzpro-zeßionen ähnliche Uebertrettung der Verkommnissevorgehen sollte, so werde man die Stadtthore be-schließen. Hierüber erfolgte aus dem Kloster zwey-deutige Antwort. Sonntags den 2Z April wurdenbey Anlaß der gewöhnlichen Prozeßionen, in derStadt zur Abhaltung alles Unfugs die übliche» Wa.chen ausgestellt; zugleich mußten besondere, obrig-keitliche Aufseher genau die Art des KreutzkragcnSbeobachten. Einer von den Priestern trug das Kreuzganz aufgerichtet; dft Aufseher riefen ihm zu, daßer es, wie die andern, Herabsenken sollte. Da ersich hieran nicht kehren wollte, so dräuten die Bär-ger, daß sie sich mit Gewalt Recht schaffen werden»Nicht ohne Mühe konnte der Gerichtschreiber Höng-ger die Thätlichkeiten verhindern. Zu Vermeidunggrösser« Unfugs wurden die Stadtthore beschlossen.Der Rath ließ dem Kloster durch eine Gesandtschaftankündigen,, wofern bey der Rückkehr der Prozeßio-nen nicht alles nach den Verträgen zugehen werde,so liege die Schuld eines daraus entstehenden Tu-mults an niemand als an den Konventualen. Nichts