Band 
[Zweyter Theil.]
Seite
357
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Churfürsten von Pfalz, und im Jahr 1664. mit denObrigkeiten in der Schweiz. Nach fruchtlosem Be-streben wendete er sich persönlich an den König inFrankreich. Als er auch hier nichts ausrichtete,begab er sich über die Donau ins türkische Lager,um allenfalls den Groß-Sultan zum Major-Domusin dem herannahenden, tausendjährigen Reiche zuweihen. Nach der Zurückkauft ward ihm in Zürichsein Pathmos in dem Spithal angewiesen. *)

Ein andrer Tongeber unter den Heiligen in Zü-rich war bald hernach ein junger Prediger, HansGeorg Ziegler; er predigte in Arndts und HoburgsManier, sprach viel vom innern Menschen, und vonder Sündlosigkeit der Wiedergebohrnen. Er undHeinrich von Schönau zogen die Eingebungen desinnern Geistes den Aussprüchen der heil. Bücherweit vor. Nach seiner Entsetzung kam Ziegler nachLern. Daselbst verführte er unter andern drei)Dienstmagde. Diese drey frommen Furien begabensich den 10. Jun. 169z. zu einem Landprediger, mitdem Auftrag, er sollte seine Gemeinde erinnern,daß der jüngste Tag vor der Thüre sey. Sie wur-den zu Bern arrestirt, und in der Hauptkirche öf-fentlich zur Schau dargestellt. Schon besorgte mandie Wiederauflebnng jenes wiedertäufevschen Un-fugs. In dieser Besorgniß schickte die BernerscheObrigkeit Abgeordnete von Gemeinde zu Gemeinde,um jeden Einwohner über sechszehn Jahre huldigen

) S. meine Vorlesung über die Schwärmerei), S-i 7?,wie auch in Handschrift auf der Züricher-Bibliothek eineSammlrmj; von Prophezcyungen. kw., §4;- ä.