Band 
[Zweyter Theil.]
Seite
358
JPEG-Download
 

258 —-

zu lasse»' Bey Verweigerung der Huldigung sahensich die Sectirer ein für allemal aus dem Lande ver-wiesen. Indeß ließ man sie mit Hab und Gut weg-ziehen. Zum Nutzen des Kirchspiels zog man Habund Gut ein, wenn sie über das angesezte Ziel sichim Kanton verweilten; wenn sie zurückkamen, sowurden sie mit Ruthen gestrichen und auf die Ga-leren verurtheilt. Anstatt die Schwärmerey durchHohn und Verachtung, durch gleichgültiges Zu-schauen zu kühlen, erhizte sie sich vielmehr durchden Eifer der Gegner. Die Häupter der religiösenBacchanten in Bern, waren Knecht, Bachmann,Muralt, König, u. m. a. In ihren Schriften man-gelt es nicht an Geist und Kraft; doch desto gefähr-licher ist der Dämon der Finsterniß, je mehr er sichin einen Lichtengel verwandelt. Von den Berner-schen Pietisten schreibt unterm i. März 1710. Mar-quard Wild, an den Züricherschcn Diacon Joh. Bap-tist Ott: „In Bern lassen sich die Pietisten noch„immer spühren. Keiner glaubt, was der an-»dere; sie verführen sich selbst, und sind voll Ver-„ achtung gegen andre Menschen. Gegenwärtig wer-»den noch 44. in einem ehrlichen Gefängniß auf-bewahrt. Diese alle müssen auf obrigkeitlichen Ve-rfehl unter Anführung eines Bürgers nach Virgi-»nien oder Florida gehen.»

Von Lern kam Sophie Elisabeth de Clairmont,vormals Kammerjungfer in dem Hause des VennerDachfelhofers, nach Gcyaffhausen. Daselbst ge-wann sie durch ihre Reitze einen jungen Prediger.Auf Warnung hin wüthete diese Sybille aus Viva-rez, und erklärte sich laut, daß sie keineswegs ge-