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sinnt sey, die Geistlichkeit als das apokalyptischeThier anzubethen. Jacob Bohrn war ihr Heiliger.In Erwartung des tausendjährigen Reiches starbsie. In deutscher Sprache hatte sie ein Büchelgenüber die Alchymie geschrieben, unter der Aufschrist:Die Sonnenblume der Weisen. Sie hinterließ vieleAnhänger , die aber von der Regierung sorgfältigeingeschränkt wurden.
Auch in St. Gallen, und besonders in Appen-zell griff der Fanaticismus um sich.
Unterm i8- Nov. 1710. schrieben die Prediger zuGlarus an die Kirche zu Zürich: Obs zur Behaup-tung der Rechtgläubigkeit nicht dienlich seyn wür-de, eine Rirchenversammlung für die reformie-ren Rantone ausschreiben zu lassen. Noch empfandman aber zu lebhaft den unglücklichen Erfolg, sowolDer Synode zu Dordrecht, als des helvetischen Con-scnsus. Der Zürichersche Rirchenrath begnügte sichalso, in allgemeinen Ausdrücken den Eifer der War-ner zu loben; zugleich ermähnte er die Geistlichkeit,einerseits zu wachsamer Beobachtung der Schwär-mer , anderseits zu ehrbarem Wandel und Beyspiel,um dadurch den Jrrgeistern jeden Verwand zur Son-derling zu rauben. Wol geschah diese Auffoderungzu rechter Zeit, da sogar ein Prophet von Nürn-berg , Ioh. Dennhard, sich unterstand, unterm4. August 1710. in fluchendem Prophetenton an dieRegierung in Zürich zu schreiben. Nicht nur istsein Schreiben nicht bekannt gemacht, sondern den22. Christin, obrigkeitlich unterdrückt worden. Ob-mann Bodmer, ein Haupt des Staates, hatte sichauf Seite der Pietisten geneigt. Unaufhörlich lag er