mit den orthodoxen Glaubensmeistern in heftigemStreite. Jeder warf sich zum Arzt auf, und keinerwollte Patient seyn. Fruchtlos, ohne Ernst, bloßaus Partheygeist entwarf man verschiedene, politi-sche und kirchliche Verbesserungsanschläge. Das Ge-witter , das seit langem her sich über dem Rath-hause zusammenzog, hoffte man von dem Sevateauf das Synedrium leiten zu können. PersönlicheProzesse, Prozesse einzelner Zünfte und Innungenwaren es, die in Zürich im Jahr 171z. den Pro-zeß zwischen Volk und Regierung erzeugten, derdurch die neue Llmrts msZng, oder den geschwornnen Staatsbrief nicht ohne Mühe und Gefahr bey-gelegt wurde. Auch nach Bcylegung der bürgerli-chen Unruhen hörte Obmann Bodiner nicht auf,durch politisch - religiöse Schwärmereym Staatund Kirche in Verwirrung zu setzen. Da er sowolin dem einheimischen Krieg vom Jahr 1712, als inden bürgerlichen Unruhen vom Jahr 171z. sich gros-ses Ansehen erworben, so war seine Gegenpartheydarauf bedacht, ihn, der Irrlehren wegen, ins Ver-derben zu stürzen. Je feuriger seine Einbildungs-kraft war, desto kühner waren seine Erwartungen;je weniger er seine Reform ationsentwürfe begünstigtsah, desto durstiger war er nach außerordentlichenKräften. Verschiedene Jnspirirke wurden theils ent-sezt, theils verwiesen. Lodmer nahm sich ihrer an,und ward deswegen den 20. März 1717. aus Dem'Rathe gestoßen. Den 7. April ließ die Obrigkeit durchein Mandat den Pietismus in Acht und Bann thun.Den 21. Julius 1721. wurde Bodmer wegen seinerSchwärmereyen aus dem ganzen Kanton verbannet.
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