- - Z6z
trieb geschehen! Davel erzählte, in seiner Jugend,vor ungefähr z; Jahren, sey eine unbekannte Wein-leserin (Winzerin) bey seiner Mutter in Dienste ge-treten ; Liese Magd nun habe ihm sogleich geweissa-get, daß er in dreyen Tagen sterben werde. Amdritten Tag sey er würklich wie todt im Bethe ge-legen ; hernach aber habe ihn ein grosses Licht um-strahlet, und Engel seyn zu seinem Lager gekommen.Eben diese Winzerin habe ihm seine künftigen Schick-sale zum voraus verkündigt; unter andern, auch, erwerde entweder eine grosse Rolle spielen, oder aufdem Blutgerüst sterben. Noch erzählte er andreseltsame Dinge, z. B. wie er durch blosses GebethKrankheiten geheilek, wie er verschiedene Dinge vor-ausgesehen habe. Man gerieth auf die Vermuthung,daß er sich entweder verrückt stelle, oder daß erwürklich verrückt sey. Sonst sprach er über allesandre vernünftig, und immer waren seine Sittenunsträflich gewesen. Er war überaus wolthätig,gastfrey, leutselig, sanftmüthig, keusch, mäßig,bescheiden, voll Ehrfurcht gegen die Gottheit. Nurgränzte diese religiöse Ehrfurcht an Aberglauben.Er hielt es z. B. für unanständig, im Schlafrockund in der Nachtmütze zu bethen; wenn er bethenwollte, so kleidete er sich ganz an, sezte die Perückeauf den Kopf, und gürtete an die Seite den Degen.Immer sah er sehr tiefsinnig aus. Er blieb unver-heurathet, und lebte ganz einsam mit zwo Nichten.Ohne Zweifel wars die Einsamkeit, die seine Ein-bildungskraft bis zu Gesichtern und Erscheinungenbegeisterte.
Im Gefängniß sprach er mit dem Sekelmeister bon