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Unterm gi. Jenner 1701. erhielten der Decan undKämmerer in dieser Herrschaft ein obrigkeitlichesSchreiben von Zürich, daß sie nach ihren Einsich-ten und Klugheit , den neuen Kalender nachdrück-lich empfehlen; ihnen überließ man für gegenwär-tiges Jahr sich der Communion halben auf nächsteOstern nach den Appenzellern zu bequemen. Essind nämlich auch Appenzeller der RhcinthalischenKirche zu Luzenberg einverleibt.
In gleicher Zeit schrieb Reformiert Glarus nachZürich, daß das Beyspiel der St. Galler und Ap-!penzehler auch viele Giarner dem neuen Kalenderabgeneigt mache. Wirklich wollte in diesem Kantonbeynahe niemand von den Reformirten das Hilarifesi(den iz. Jenner A. St. oder den 2. Jenner N. St.)begehen. Die Alten jammerten mit Thränen imAuge, noch das zu erleben, daß die Sonne an St.Martiustag nicht mehr durchs Loch scheinen sollte.Viele hielten den Kalender nur für einen Verwand,und zitterten für ihre leibliche und geistliche Freyheit.
Den 17. ward von allen Geistlichen im Lande,in Beyseyn eines Rathgliedes aus jeder Gemeindeeine Versammlung gehalten. Erstere empfahlen denPeztern gelindere Maaßregeln, versprachen dabey,privatim zu Gunsten des Kalenders zu reden; ausder Kanzel aber laß er sich nur nicht nennen, anmanchen Orten würde man den Prediger öffentlichschimpfen. Im Zürichgebieth, besonders gegen Wnacht zu, war das Volk gleichfalls wenig geschmei-dig , mancher ließ sich verlauten, er wollte überallkeinen Kalender mehr, nur damit er den neuen nichtannehmen müßte. Im Bernergebiethe wollten eü