Band 
[Zweyter Theil.]
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I.XXX.

Einmischung der Kantone in den Streitwegen der spanischen Thronfolge.

Im Iahe 1700 — 1714.

^ur unreife und bald verwelkende Frucht gegen-seitiger Entkräftung war der Rißwickische Friedenim Jahr 1697. Unerörtert ließ man bey diesemFrieden die Ansprüche der Häuser Bourbon undOesterreich auf die spanische Rrone, und gleich-wol sah man den nahen Hinscheid des kinderlosenKönigs in Spanien, Carls II zum voraus. Den11. Octob. 1698. entwarfen Frankreich, Englandund Holland im Haag, vorlauftig und einseitigeinen Theilungsvertrag. In demselben erklärtensie den sechsjährigen Churprmzen von Bayernzum Rönige von Spanien und Indien. DieMutter dieses jungen Prinzen war eine Tochter derösterreichischen Margaretha Theresia; diese aberdie Tochter Philipps IV. Dem Dauphin von Frank-reich, der ebenfalls von einer Tochter Philipps IV.abstammete, gab man Neapel und Sicilien, diespanischen Plätze in Toscana, und die ProvinzGuipuscoa; endlich dem österreichischen Erzher-zog Rarl, einem Sohn Kaiser Leopolds, dasHerzogthum Mayland. Gegen diesen Vertrag gabder wiener - Hof sogleich eine Protestation ein.Der Röntg von Spanien selbst gerieth, ungeachtetseines damaligen Blödsinnes, über die ihm zuge,fügte Beschimpfung in größte Entrüstung. Schonim Jahr 1696. hatte er in Geheim ein Testament