ausgerichtet, und zwar zu Gunsten eben dieses Chur-prinzm von Bayern, den man ihm jezt mit Ge-walt zum Nachfolger aufdringen wollte. Nachwärtszerriß er dieses Testament auf Anstiften seiner Ge-mahlinn , und versprach ihr, einen Sohn desBaisers zum unumschränkten Erben zu setzen. Die-ses Versprechens ungeachtet, und ungeachtet seinerEntrüstung über obenerwähnten Theilungsvertrag,erklärte er nunmehr in einem spätern Testamenteaufs neue den Churprinz Joseph Ferdinand vonLaiern zum einzigen Erben. Dieser Verfügunggab der Stolz der spanischen Nation, die nichts sosehr als eine Zerstücklung befürchtete, den voll-kommnestcn Beyfall. Der bald darauf zu Brüsselerfolgte Hinscherd des vaierschen Prinzen sezte na-türlich alle Höfe, besonders Madrid, Wien, Ver-sailles , London und Haag aufs neue in äußersteUnruhe. Dieselben Mächte, welche den ersten Thei-lungsvertrag gemacht hatten, entwarfen im März1702. einen neuen Vertrag. Vcrmög desselben, er-hielt der österreichische Erzherzog Rar! das König-reich Spanien, Indien und die Niederlande; derDauphin zu dem schon angewiesenen Antheil nochüberdreh Loth-ingen; zum Ersatz gab man dembisherigen Besitzer von Lothringen das HerzogthumMayland. Baiser Leopold verweigerte die Unter-zeichnung eines Vertrags, der zu Verkleinerung sei-nes Hauses , und hmrer seinem Rücken gemachtworden war. Der Bönig in Spanien konnte dieKränkung, die ihm durch den neuen Vertrag wic-dcrfuhr, kaum überleben. Bey der Nachricht da-von schmiß die Rönigmn, seine Gemahlinn, in
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