Band 
[Zweyter Theil.]
Seite
402
JPEG-Download
 

4o2

Unterm 8. Septemb. 1701. übersandte der Mar-quis von puyßieux ein Heft Briefe und Schriftenmit beygebogener Protcsiation des Herzogs vonMantua, gegen die wieder ihn ausgegangene/ kai-serliche Reichsacht. Die Untersuchung dieses Pro-zesses aber sezten die Eidgenossen völlig beyseite.Unterm io. Oktober schrieb der Graf Casati ausMayland in bittern Vorwürfen über den Aufschubdes spanischen Beglückwünschungsschrcibens. Un-term 20. gleichen Monats erklärte sich der Rafferdurch seinen Bottschafter/ daß er seit dem französi-schen Friedensbruch im Jahr 1688. sich wenig auffranzösische Worte zu verlassen geneigt sey; anstattfernerer Neutralitäts - Unterhandlungen also / be-warb er sich nunmehr/ auf den Fuß ehvoriger Ver-träge/ um zwey eibgenößische Regimenter zur Be-schützung der vorderösterreichischen Städte. Ererhielt sie von Bern / Schweiz/ Zug / Glarus,Basel / Freyburg / Schaffhausen / Appcnzell ausserRhoden / Viel / Abbt und Stadt St. Gallen. Dieübrigen Stände nahmen hieran nicht Theil.

Je siegreicher die kaiserliche Waffen in Italienwaren/ destomehr verschoben die Rantone die Be-glückn) ünschung des Herzogs von Anjou. Nurvon Lucern / Ury, Zug / Katholisch Glarus, Katho-lisch Appenzell und Solothurn ward er in besondernSchreiben als König begrüßt. Im Jahr 1702. er-hielt er gegen Ausbezahlung dreyer Jahrgchalte dieErneuerung des mayländischen Rapitulaw/ undzwar anfangs nur von dem Kanton Schweiz, baldhernach aber auch von Lucern/ und den übrigen ka-tholischen Kantonen. Unterm 4. Sept. 1702. recht-