Band 
[Zweyter Theil.]
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men. Ganz dürre ward er von den V. katholischenRantonen als nachtheilig verworfen. — Mellarede,ein ausländischer Minister, hat angemerkt, daß dieseinnern Streitigkeiten in der Schweiz, je nach Abän-derung des Glückes der auswärtigen Mächte, sichauch in ihrem Schwung geändert haben. »Die sieg-»reichen Waffen der Franzosen, sagt er, erhöhten»den Trotz der katholischen Kantone. Nach dem»Treffen bey Höchstetten, hatten sie ihre Streitig-»ketten gerne beygelegt gesehen, und zwar aus Bes» sorgnis, die reformirten Kantone möchten sich der»Annäherung der Engländer und Holländer zuih-»rein Beystand bedienen.» Sowol obiger Streit-handel, als verschiedene andere, wurden allererst imJahr 1712. durch den Arauer-Frieden gänzlich ge-tilget.

VII.

Religiöse Schwärmerey.

Im Jahr 1705.

Im September 170z. kamen zween Jesuiten, Ful-vius Fontana, ein Florentiner, und Ioh. An-ton Mariani, ein Mayländer, in die Eidgenoß-schaft. Sie predigten eilfmal an verschiedenen Orten( ob italiänisch oder deutsch sagt man nirgends)auf offenem Felde. Durch einen seiner Verträgeüber die Versöhnlichkeit bewegte Fontana offenbareFeinde, daß sie sich um Verzeihung baten, einanderumhalseten und küßten. Einer Frauensperson vonAug, welche ihn um die Heilung ihres ( wie siemeinte) besessenen Mannes anflehte,) versezte erklüglich: Bitte dafür einen Heiligen, nicht einen