Sünder. Worauf sie antwortete: Wo soll ich dennhingehen? Sind wir nicht alle Sünder? Er erwiesLerte: So nimm deine Zuflucht zu Gott durch eifri-ges Gebeth. Nicht nur der Pöbel, sondern auchdie angesehensten Männer in den katholischen Kan-tonen zogen ihm haufenweise nach. Zu Zug undLuzern wurden diese Bußprediger von Obrigkeits-weaen empfangen. Unglaublich ist es, aber Augen- ,»und Ohrenzeugen versichern, daß den meisten dieserPredigten sechzig bis hundert, ja den lezten an diehundert breißigtauftnd Menschen beygewohnt haben.In den sechs Tagen, welche diese beyden Mönchenin dem Lande zubrachten, sollen sie nicht eine einzi-ge, ordentliche Mahlzeit genossen haben. Die eifrig-sten unter den männlichen Zuhörern erschienen imschwarzen Gewände, mit Stricken oder Ketten umden Hals und die Hüften; die Weiber und Witt-!wen eben so; die Kmgfrauen in Weißen Kleidern.Diele giengen baarfuß, und trugen Dörnerkronen.Andere, mit schwehren Kreutzen auf dem Rücken,ließen sich von hiezu bestellten Personen schlagen undgeißeln, indem sie auf solche Weise Christum bey sei-ner Hinführung nach Golgatha nachzuahmen ver-meinten, Hauptmann A- I- Caberg, Statthalterzu Schweiz, übersezte auf Fontanas Begehren diegedachten eilf Predigten aus dem Italiänischen insDeutsche, und ließ sie mit des Möirchen Zuschriftgn die V. Kantone zu Einsiedeln im Druck ausgehen.
Fontana begab sich nach Rom, und berichteteden Pabst, daß er nicht nur eine große Aerndte ein-gesammelt , sondern auch bey einigen katholischenEidgenossen den Wunsch erweckt hätte, Paß er ihnen