47L
^nehmungen, die man mir vorwirft, muß mani„ Geld, Witz, Bercdtsamkeit und Kredit haben.j,,Mir mangelt alles das. Kurz, ich bin ein Opfer-„der Staatsraison.,- Nur gestand er, daß ihn der. „Verlurst eines gewissen Prozesses unwillig gemachthabe. Auf dem Rathhause hörte er sein Urtheil aufden Knien ganz gelassen an, bis des Komplots ge-dacht wurde; alsdenn rief er: Das ist falsch, undmein Ankläger ein schändlicher Verläumder. Nebenden gewohnten Trabanten begleitete ihn noch eineGarnisons - Compagnie auf den Richtplatz. Aufder Leiter bezeugte er nochmals seine Unschuld.Da ihn der Scharfrichter würgte, erhob alles Volkein herzzerschneidcndes Geschrey der Angst und derErbarmung.
Drey Tage nach Vollziehung dieses Urtheils wurdede la llhena vor Rath unter den Leuchter gestellt»Zitternd und verwirrt hört er seine Sentenz: Daßer der erste Urheber der Unruhen gewesen, daß ermit den IV. aufgefundenen Artikeln neue Händel.habe anzetteln wollen, daß er aufrührische Redengegen die Obrigkeit, und spöttische gegen die Geist-lichkeit ausgestossen, und folglich den Tod sehr wolverdient hatte. Nur in Betrachtung seines Blöd-sinncs schenke man ihm das Leben, jedoch soll erdes Bürgerrechts beraubt und ewig verbannt seyn,auch alle Unkosten bezahlen. De ka Lhena gestandmit wäinenden Augen, daß seine Schuld größer sey,als seine Strafe, und bat dem zufolge, ihm das Le-ben zu nehmen, weil er sich unmöglich von seinerlieben Haushaltung trennen könnte. Man schlugkeine Acht auf seine Bitte. Er gieng auf Morste,