Band 
[Zweyter Theil.]
Seite
534
JPEG-Download
 

des fürstlichen Gotteshauses St. Gallen. Es waseine vermeinte Widerlegung des Nabholzischen Auf-satzes, voll Galle und Unrichtigkeiten.

In diesem Jahr suchten die katholische Rantonedurch eine Gesandtschaft auch wallis gegen Zürichund Bern einzunehmen. Bern unterließ nicht, so-wol die walliser als die III. pündte in einen un-partheyischern Gesichtspunkt zu stellen.

Mittlerweile nahm im Toggenburg die Anarchieje langer je mehr überhand. Gemeinden lagen ge-gen Gemeinden, diese lagen mit ihren Vorstehernund Rathen, die Vorsteher und Rathe unter sichselber im Streite. Im Jahr 1711. wurde der Se-kelmeister Rüdltnger, ein Haupt des Volkes undein Mitglied der geheimen Landes-Commißion vonden Thurthalern auf einmal aller Würden und Aem-ter entsezt. Ueberall wurde die im vorigen Jahrvon der Landesgemeinde angenommene Verkommnißsehr schlecht beobachtet. Auf Begehren des Land-raths schickte Zürich im Maymonat 1711. übermalNabholzen mit einem offenen patent ins Cog-genburg Von neuem brachte er einen glücklichenVerglich zu Stande, und durch seine Klugheit wardRüdltnger wieder in die geheime Landes-Commis-sion gezogen. Alles Zuredens ungeachtet beharrtendie Thurthaler gleichwol auf der Verwerfung derAppellationen und auf dem Entsetzungsrecht. Umsie auf bessere Gedanken zu bringen, begab sich Nab-holz persönlich ins Thurthal. Er fand den hef-tigsten Widerstand, und sah sich bey dem Congrcßum seiner Sicherheit willen genöthigt, ohne Ab-schert) durch eine Hinterthüre den Rückweg zu suchen-