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In dem Toggenburg selbst herrschten inzwischenhweytrachk und Anarchie. Von beyden Partheyen,und man muß es gestehen, von den Reformirtennicht weniger oder noch mehr als von den Ratholi-ken wurden die getroffenen Verkommnisse vielfältiggebrochen und von verschiedenen Gemeinden gänz-lich verworfen. Nicht nur die Religionsvorurtheile,sondern auch Eigennuz und Privatfeindschaft stan-den der völligen Vereinigung im Wege. Hiezu ka»mcn noch die ba d unerschwingliche Unkosten, wo-mit dieser Handel begleitet war. Auf der andernSeite hatte der Abbt nicht weniger Ausgaben- umsich sowol in- als außer der Schweiz Freunde zukaufen. Nur seinem Agenten in Wien, dem PaterBlasius Lender aus der Abbtey St. Blasien, hatteer seit ein Paar Jahren 6000 Gulden bezahlt- Derganz unversehens Hinschetd des Raffer Josephs,den sein erzkatholischcr Reichskanzler, Graf Luce-lini, ganz nach seinem Gefallen leitete, war ein tödt-lichcr Streich für den Abbt zu St. Gallen. Jo-sephs Nachfolger, Carl VI, war ein Adler, dersich mit solchem Mückenfang nicht abgeben wollte.Die europäischen Mächte überhaupt waren mitganz andern und größer« Angelegenheiten beschäf-tigt. Gegen Ende des Jahres erwartete man jed.nTag die Eröfnung des Friedens - Congresses zuUetrecht. Schultheiß wrllading, der eifrigste Log-gcnburgerfreund zu Bern, glaubte, daß man, ohneGefahr auswärtiger Dazwischenkunft, diesen Zeit-punkt benutzen könnte, um den Abbr mit Gewalt zubezähmen. Im Jenner 1712. billigten die beydenVororte den Vorschlag der Toggenburger, daß sie