Band 
[Zweyter Theil.]
Seite
648
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Toggenburgerkrieg

Von dem erstem Friedensverglich bis zum all-gemeinen Landsfrieden.

Anstatt nach Verfluß der bewilligten Bedenkzeiteine friedliche Erklärung zu geben , rasten vielmehrdie drey Kantone Schwytz, Unterwaiden und Zugsehr tumultuarisch ihre Truppen zusammen. Auchin dem Kanton Luzern unterhielten sie die Gemütherso sehr, daß den iy. Julius daselbst zu Stadt undLand die Sturmglocke gezogen ward und sogleichdie Luzerner und Urner sich wieder mit ihnenvereinigten. Ueber die Ursachen dieser Katastrophegiebt der spanische Gesandte Beretti Landi, dersich damals zu Luzern aufhielt , folgende Beleuch«kung: »Nach bestem Vermögen suchte ich den Krieg»zu verhindern. Nun verlier ich alle Hofnung, seit-»dem ich sehe, wie ergrimmt die Bauern nach der» Stadt ziehn und die Obrigkeit gleichsam zwingen»zur Fortsetzung des Krieges. Viel zu schwach wer»ich zur Beschwörung des Gewitters. Der Nuntius,»die Priester, die Mönchen haben die Imagination»des Volkes mit tollkühnen Erwartungen bezaubert.»Der heilige Vater sollte die Verführer bestrafen.»Sehr ernstlich schrieb ich hierüber nach Roni.» Der Nuntius erlaubt sich Handlungen, welche ei-» ne exemplarische Ahntung verdienen. Ihn hab ich» gewarnet. Aus zwo Ursachen fahrt er immer noch»fort: Einerseits aus Gefälligkeit gegen den Kaiser,»anderseits in der Hofnung, für seine Bemühungen8,in Rom einen Kardinalshut zu erobern.»