Band 
[Zweyter Theil.]
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Die europäische Fama bemerkt/ daßzuBambergzwischen Chur-Maynz, Würzburg, Konstanz unddem Reichs, Vizekanzler, Graf von Schönborn, ei-ne Zusammenkunft gehalten und darinn beschlossenworden, den beyden Vororten ein altes Bündtnißaufzusagen , wofern sie nicht schleunig sich mit demAbt von St. Gallen versöhnen. Um diese Zeit warddie berühmte, grosse Glocke aus der St. GallischenAbtcy mit 46 Pferden nach Zürich geführt. Nichtohne grosse Unkosten mußten Strassen und Drückenverbessert werden, um diese Last tragen zu können.Das Gerücht von der Verpflanzung dieses St. Gal-lischen Palladiums drang bis in das deutsche Reichund die Priester überredeten den Pöbel, daß dieGlocke von sich selbst wieder unter dem Boden nachder Abtcy zurückkehren werde. Die größte Glockein der Welt verdient wenig die Aufmerksamkeit desGeschichtschreibers, wofern man sie an ihrem Ortesitzen läßt; allein den Eroberer, der sie im Trium-phe nach Hause führt, bezeichnet ein solcher Einfallmit dem treffendensten Zuge.

Zur Aussöhnung des Abts mit den Vororten ver-sammelte sich auf den 4. Herbstm. eine Tagleistuttgzu üaden- Um allen Argwohn zu verhüten, wur-de von Zürich und Bern die Besatzung abgeführt.In der Jnstruction der Zärchcrgesandten heißt es:„ Bey der Ungewißheit , ob der Abt eigentlich und„ mit Ernst Friedcnsgedanken hege, kan man kein Mit-„ tel, ihn auf solche G< danken zu bringen, ringe«„braucht lassen. Ja Rücksicht wäre es gut,

„sich der Unterthanen des Abts so zu versichern,„ daß er selbst merken könnte, sie hätten ihm das