Band 
[Zweyter Theil.]
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Zu Anfang des Jahres 1715. entstanden neue,bürgerliche Unruhen im Toggenburg. Diese un-glückliche Landschaft war der Tummelplatz der Fac-tionen und des Partheygeists. Bald entzog sich eineeinzelne Gemeinde den allgemeinen Landesgesctzen;bald erhob ein eiteler Rangstreit die Fahne der Zwey-tracht. Die Urheber dieser Unruhen waren Rüdlin---- ger / Germann, Beller und pösch. Der erste war«in wilder Mann, schwanger mit den ungehemstenAnschlagen, die bald durch unbesonnene Mittheilungund durch die Hitze ihres Urhebers verrauchten.Germann war behutsamer und schlauer; er spieltedie Rolle eines Volksmanns. Pösch und Kellerredeten von Frieden, und der lezte warb um einePfründe bey den beyden Vororten. Alle aber zogenihr eignes Interesse dem Interesse des Staats vor.Die einen waren feig genug, über ihr VaterlandTyrannen zu dulden; die andern schrien Freyheit,und kosteten zum voraus das hohe Vergnügen einerOligarchie, welche die äußere Gestalt einer De-mocrakie zur sichersten Vormauer suchte.

Im Febr. 1713. wurde den beyden Vororten inden Landern des Abbts von St. Gallen gehul-digt. Es geschah nicht ohne Einwendungen vonSeite der Beamten.

Inzwischen gieng die Unterhandlung der Gssand»Lsn, Joh. Caspar Eschers von Zürich, und BeatRudolf Fischers von Bern, auf dem Reichstag zuRegenfpurg, unter allerley Verdrießlichkeiten nochglücklich vvnstatten. Indeß empfieng der Mbt vonGt Gallen feyerlich die Investitur über Loggen-der g durch den GrossDcchant von Kenipten. Mit