Band 
[Zweyter Theil.]
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diesem Lehnsempfang hoste er den Kaiser aufs neuein sein Interesse zu ziehen.

Der nun einmal eingeführte Landsfrieden konnteden Religionshaß nicht sogleich und so ganz aus denverbitterten Gemüthern entwurzeln, daß er nicht irrttmer noch hie und da giftige Früchte emportricb. ZuFrauenfeld vertilgte man ein Komplot, welches ei-nen Mann aus dem Zürichergebiet wirklich ermordetund schon den Anschlag gefaßt hatte, die beydenJntendenten in der Abbtey St. Gallen zu löden, dieStadt anzuzünden und nachher zu plündern. Dieneue, reformirte Kirche zu Baden war den Katholi-ken ein solcher Anstoß, daß sie dieselbe anfalle Weiseentehrten, und ihre Verwahrung dem Rath zu Ba-den auf seine Gefahr hin mußte anvertraut werden.Zum Ruhm der Aüricherfchen Regierung hingegenmüssen wir sagen, daß sie diejenigen von ihren An-gehörigen, welche die Katholiken beschimpften, nachVerdienen bestrafte. Unter den Katholiken, welchender Landesfrieden verhaßt war, waren die Bürgerzu Diessenhoftn und Frauenfeld die hartnäckigsten;sie wollten sogar nicht vor der Lomittee des Lands,friedens erscheinen, sondern schlugen das eidgenösifische Recht vor. Wirklich wollten auf der Tag.satzung im Julius 171z. die V. katholische Rantonedie Einführung des Landsfriedens in obigen beydenStädten öffentlich hindern, legten sich aber baldwieder zur Ruhe.

In dieser Zeit brach der Undank der Toggenbur-ger gegen die Vororte ganz aus. Im Frühjahr1713. bewarben sich Germann und Rüdlinger inBern, um die gänzliche Befreyung. Bey dieser Ge-