Band 
[Zweyter Theil.]
Seite
689
JPEG-Download
 

-- 689

ringste von dem Boden, der gerade unter feinemFenster liege, abtreten werde, um so viel weniger,da es heiliges Land sey, welches dem Gallus wegenVertreibung des Teufels aus dem Leib einer Königs-tochter geschenkt worden. Der Bernersche Schult-heiß Willading beharrte um so viel weniger auf derAbtretung dieses Bezirkes, da derselbe ohnehin derStadt St. Gasten wenig Sicherheit verschafte, in-dem er ja immer dem ersten Angriff ausgesetzt warund die Stadt weit besser durch Vertrage verschanztwerden könnte. Die Zürchergesandte legten die auf-gefundenen Handrisse und Mordanschlage vor, wel-che im I. 171Q in der Abtey gegen die Stadt ge-macht worden waren. Schnorf wendete ein, daßman jene Entwürfe nur auf den Notfall verfertigthätte. Den 21 Jänner 1714 traten die Gesandte derVororte besonders zusammen. Die Berner behaup-teten, daß die Stadt St. Gallen durch Vertrage nochbesser als durch Abtretung jener geforderten Anhö-hen gesichert sey. Die Zürcher hingegen beharrkenauf dieser Abtretung des Landes. Endlich vereinig-ten sie sich, hierüber die Gesinnungen der StadtSt. Gallen selbst zu vernehmen. Von dieser Stadtwurden also den 22 Jänner Dr. Hochreutener undRathsherr Wägclin auf die Conferenz nach Rorschachgeschickt. Sie stellten vor, daß ihre Stadt die Haupt-zuflucht sey für die Rheinthaler, Toggenburger,Thurgäuer; das gemeinschaftliche Interesse erforderealso, daß man sie nicht langer rund umher von demAbt eingesperrt lasse, sondern die Gemeinschaft ge-gen Appenzell offen behalte. Sie verlangen nichtsals den Durchpaß und noch den Höggerberg mitdl. Theil.) X x