Band 
[Zweyter Theil.]
Seite
694
JPEG-Download
 

niger als willkommen. Willading besorgte , daß seinKanton von dem französischen Lottschafter nur da-rum auf diesen Ton gestimmt worden sey, um füreinmal allen Unwillen auf den Abbten zu laden undhingegen zu Gunsten der katholischen Rantone de-sto nachdrücklicher auf die Zurückstellung des ihnenabgenommenen Landes zubringen. Hernach aberwerde nach geschlossenem, europäischen Frieden auchder Abt sich desto leichter mit fremder Hilfe be-waffnen.

So verworren der Zustand der Sachen schon ansich selber war, so machten ihn die Toggenburgeritzt noch verworrener. Den Gesandten der Vororteüberreichten sie ein Schreiben, in welchem sie beyder Ueberschrift und Unterschrift, kurz in dem ganzenKurialstyl gleichen Karacker mit diesen Vorortenbeobachteten. In dem Schreiben forderten sie solcheArtickel, deren Bewilligung den Abt von St. Gal-len zu einem Fürsten ohne Mannschaft, ohne Gerichtund ohne einiges Belohnungsrecht so wol weltlicherals geistlicher Aemter würde herabgesetzt haben.Schon hatten die Gesandte gegen diese Anmassungeneine Gegenschrift verfertigt: allein bey reiferm Nach-denken fanden ste's unter ihrer Würde, mit den un-ruhigen Köpfen in Controversen zu treten und zwaraus Besorgniß, sich durch voreilige Apologien beyihnen in den Verdacht der Feigheit zu setzen.

Von Zürich aus erhielten die Gesandten in Privat-öriefen verschiedene Vorwürfe, daß sie ihre Nachrich-ten gewöhnlich nur einer engern, geheimen Com-mittee zuschicken und sich mit Jnstructionen voneiner solchen begnügen: sie entschlossen sich also, in