Band 
[Zweyter Theil.]
Seite
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noch in gleichem Jahr werde die ganze reformirteKirche zu Grunde gehen! Martin Luther, sagte «r,begann seine Glaubensneuerung auch im Turkenkriegim Jahr 1517, also genau vor zweyhundert Jahren,nun aber lehre die alte Erfahrung, daß solche Nrlirgionsneuerungen niemals über zwey Jahrhundertedauern. Nirgends finden wir, daß dieser Prophetfür seine Unbescheidenheit bestraft worden sey; auchbestrafte er sich selbst am nachdrücklichsten dadurch ,daß er sich lächerlich machte. Wenn hingegen einReformirter die katholische Kirche entehrte, so lies-sen ihn die reformirten Obrigkeiten schwerlich derverdienten Ahndung entgehen. So B. hatte einjunger Mensch die Dreistigkeit, in der Klosterkitchezu St. Gallen nicht nur einige Reliquien von demAltar wegzunehmen, sondern auch eine Schachtel zuöffnen, in welcher das Herz des zu Rom verstorbenenKardinals Sfondrati, ehmaligen Abbts zu St Gal-len , aufbewahrt war. Zur Untersuchung der Sacheschickte Man von Zürich und Bern eine Deputationhin. Das Herz des Kardinals übergab man demDecan zu Rorschach, die Reliquien dem Pfarrer zuSt. Fiden. Der frefelhafte Jüngling aber ward nachausgestandenem Arrest und befthworenem Urphed desLandes verwiesen.

Auf den 5. Jenner 1718. hatte man eine neue Friesdensversammlung mit dem Abbk nach Baden verab-redet. Im December vorher waren die beyden Vorsorte zu vorlauftiger Berathfchlagung absonderlich zu-sammengetreten. Ehe noch die Hand aus Werk ge-legt wurde, starb der Abbt Leodegar außer derEidgensßfchast zu Rüsensvurg. Den Dec-embks