Band 
[Zweyter Theil.]
Seite
729
JPEG-Download
 

7HH H 72 ?

Der Bischof beharrte auf seiner Meinung, und nahmder Stadt, bis zum Abtrag der 1740 Thaler, eineHeerde Kühe weg. Die Stadt nahm Zuflucht zuBern. Ber» wies fle wieder an den Bischof. Frucht-los versuchte sie dieses.

Ungeachtet der bischöfliche Vogt nicht befugt ist,einen Bürger zu Neustadt zu arrestiren, wenigstensnicht ohne vorhergegangene Untersuchung in Gegen-wart einiger Rathsglieder, so wagte doch der Bischofdie außerordentlichsten Schritte. Den 2z. Brachm.17,4. schickte er zween Beamte nach Neustadt. OhneZuzug des Raths, beriefen diese die ganze Bürger-schaft aufs Rathhaus, und befragten fie beym Eideüber verschiedene Punkten. Noch besonders wurdenhernach einzelne Bürger in dem Zimmer der Beam-ten verhört, ganz ohne gehörige Formalität. DerErfolg war die Entsetzung eines Bürgermeisters undfünf andrer Rathe. Alles geschah ohne Zuzug desRaths und des gewöhnlichen Schreibers. An demHofe des Bischofes zu Brunkrut wurde der entsezteBürgermeister zum Tode verurtheilt, die fünf Räthewurden bannisirt und mit Geldbussen belegt, ohnedaß ihre Ankläger bekannt gemacht wurden. Den;. August kündigte der Bischof diese Urtheilsprüchedem Rath an. Der entsezte Bürgermeister entgiengdem Tod durch die Flucht, ward aber geächtet.

Den 2Z. August forderte eine bischöfliche Commis.sion die Schlüssel zu den Siegeln, zu der Kanzleyund Schatzkammer. Unter den vier Siegelverrvahsrern übergab nur einer die Schlüssel. In dem Hausedes landfiüchtigen Bürgermeisters erbrach man mitGewalt einen Schrein, um daraus die andern Schluss