Band 
[Zweyter Theil.]
Seite
749
JPEG-Download
 

749

diese durch folgende Umstände gereizt: Seit der Re-gierung Franz I. stand die Austheilung der fran-zösifthen Iahrgelder bey dem Hause von Zurlauben.Das Vertrauen der Krone zu diesem Haus erwecktedie Eifersucht und das Mißtrauen anderer Häuser,die sich zum Untergänge von jenem verschworen.

Nach des oben erwähnten Landammanns Hin-scheid erhielt sein Bruder, Fidel von Zurlauben, diehöchste Slaalswürde. Neuer Zunder zu Mißgunst!Zur Erweckung der Unruhen suchte die Gegenpartheynur ein Haupt; allein ein Haupt, welches sie nachdem Umsturz des Geschlechtes von Zurlauben gleich-falls hinwieder zu Grunde richten könnte. Hiezuwaylte man den Ioseph Anton Schuhmacher.Dieses Rathsglicd hatte besondere, geheime Beweg-gründe zum Haß gegen die Baronen von Zurlauben,und ganz war es Oesterreich ergeben. Zur Errei-chung seiner Privatabsichten bedienten sich Schuh-macher, und sein Anhang des gemeinen Besten zumVorwande : Dem Landammann Zurlauben warfensie treulos? Verwaltung des obrigkeitlichen Sal-zes vor. — Von Ludwig XIV. hatte der KantonZug die Erlaubniß erhalten, alljährlich Zoo Salz-tonnen aus der Freygrafschaft Burgund zu ziehen,und zwar zu einer Zeit, als man kein höllisches Salzaus Schwaben zog. *) Kaum war die Ausfuhr die-ses leztcrn Salzes von Oesterreich wieder bewilligt,so ficng die österreichische Parthey an, über die Be-schaffenheit des burgundischcn Salzes zu klagen. DerLandammann Fidel von Zurlauben stellte vor, daß,

') LndS des Jahrs 1724. nacb der Schlacht bey Hvcbstädt.S. Waidkirch, Lh- H S- 76a.

V