- - ' ' - - 777
großen Schaden gelitten, dadurch sey sein Gemüthin die äußerste Verbitterung gerathen u. s. w.
Und wenn wir nunmehr den Entwurf dieses Koni-plots näher betrachten/ Gn. HHrrn, steht er nichtvielmehr einem fiebrischen Hirngespinste gleich/ alseigentlicher Verschwörung? Ohne Hilfe von außen/ohne genaues Einverstandniß unter den Verschwor-nen, ohne Geld und Munition/ ohne Ansetzn undEinfluß fallen einige Träumer auf die verzweifelte-sten Entschließungen. Wären sie nicht ganz ihrerSinne berankt gewesen / wie hätten sie wol darausdenken können/ die weiseste, die gerechteste/ die ge-lindeste/ die geliebteste Regierung zu stürzen? Här-ten nicht alle wolgestnnte Bürger Rache geschrien?Hätte nicht gegen sie das ganze Volk sich erhoben?Gn. HHrrn / ich kann es nicht genug wiederholen/sinnlos war das ganze Komplot. Fest sitzt Ihr aufdem Throne, unter dem Schilde der Gerechtigkeit,verschanzt mit der Liebe des Volkes!
Wenn Ihr endlich, Gn. HHrrn, das schleunige,aufrichtige, freywillige Geständnis; der Gefangenenerwäget, so wird auch diese Betrachtung euer Er-barmen beleben. Durch dieses unverholne Gestand-niß wurdet Ihr bewogen, Gn. HHrrn, die Unglück,lichen mit der Folter zu verschonen. Die Gerech,tigkeit fordert Strafe. Die Milde verbeut Marter.Die ganze Welt wird eure Gelindigkeit preisen. DieInquisiten selbst bewundern sie, und ein Theil ih-rer Strafe ist schon die schmerzhafte Reue, eine sogroßmüthige Obrigkeit beleidigt zu haben. In die-sem Augenblicke liegen sie auf ihren Knien und schreynzum Himmel: O Gort, vergieb uns! Sie flehn um