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der Auguftiner einen und, wie es fcheint, ziemlich nahen Verkehrunterhält. Es waren dies Sächfifche Auguftiner, die fich erft 1513dort niedergelaffen hatten, im Viertel von St. Andreas, wo noch heuteeine Strafse die Auguftinerftrafse heifst. Von diefem Klofter fchreibtErasmus von Rotterdam fchon in feinem erften Briefe an Luther am30. Mai 1519 aus Löwen: »Im Klofter zu Antwerpen ift ein Prior, einreiner Chriftenmenfch, der Dich aufserordentlich liebt; er war, wie erfagt, Dein Schüler. Er ift faft der einzige unter allen, der Chriftumpredigt; die anderen aber predigen entweder Fabeln oder für ihrenBeutel« 1 ). Prior und Mönche diefes Conventes wurden denn auchfchon im September 1522 als Anhänger und Verbreiter der neuenLehren verhaftet und im darauffolgenden Jahre ganz ausgetrieben.Vielleicht waren es Infaffen diefes Klofters, welche der Rathsfehreibervon Antwerpen , Cornelius Grapheus »als vortreffliche Menfchen unddurch und durch gute Chriften« mit einem dringenden Empfehlungs-briefe vom 23. Februar 1524 Diirern, »wohl dem Fürften der Maler-kunft, feinem Freunde und geliebteften Bruder in Chrifto« zufandte,in deffen etwaiger Abwefenheit füllten Ile fich an Wilibald Pirkheimerwenden. Grapheus fchliefst fein Schreiben mit den Worten: »Bei unserhebt fich eine grofse und von Tag zu Tag unaufhörlich neue Ver-folgung wegen des Evangeliums, was Euch diefe Brüder alles deutlichererzählen werden. Nochmals Lebewohl« 2 )!
Ganz unumwunden aber und wie mit Elementarkraft bricht DürersGlaubensbekenntnifs zu Tage, da die Kunde von der AufhebungLuthers auf feiner Rückkehr vom Wormfer Reichstage zu ihm gelangt.Er glaubte nicht anders als an Verrath und gerieth dadurch in folcheAufregung, dafs er die fonft ganz trockenen Notizen feines Reifetage-buches durch einen langen, herzzerreifsenden Klageruf unterbricht :! ):
»Am Freitag vor Pfingften (17. Mai) im Jahre 1521 kam mir dieMähr gen Antwerpen , dafs man Martin Luther fo verrätherifch ge-fangen genommen hätte. Denn da ihm der Herold des Kaifers Karlmit dem kaiferlichen Geleite beigegeben war, fo ward dem vertraut.Nachdem ihn aber der Herold bei Eifenach an einen unfreundlichenOrt gebracht hatte, fagte er, er bedürfe feiner nicht mehr und ritt von
1) Dürers Briefe etc., 126, 22 Anmer-kung; Stichart, Erasmus v. R. 31S» Opusepist. S. 258.
2} Dürers Briefe, XVI, u, 178: »Demeo statu nihil scribo; hi tabellarii,viri optimi et syncerissime christiani tibifacile indicabunt, quos tibi noslroque Pir-caimero ceu meipsum commendo; digni
enim sunt qui optimis quibusque (cumoptimi sint) valde commendentur. Valemi charissime Alberte! Apud nos magnaet subinde nova quotidie propter evangeliumoritur persequutio, de qua re fratres istiapertius omnia narrabunt. Iterum vale!
3) Campe, Reliquien 127 ff. u. DürersBriefe etc, 119 ff.